28 Wie iſt das Düngebedürfnis eines Bodens feſtzuſtellen?
bis zur Tiefe von ½ m gerechnet, etwa 60 kg Phosphor⸗ ſäure für den Boden A und 145 kg Phosphorſäure für den Boden B ausmacht— der Schluß gezogen werden, daß auf eine gleich große Phosphorſäureabgabe des Bodens auch bei der Feldkultur des Hafers gerechnet werden darf? Dieſe Frage iſt aus folgendem Grunde mit nein zu beant⸗ worten. Beim Gefäßverſuch iſt infolge der gleichmäßig günſtigen Feuchtigkeitsverhältniſſe, der beſſeren Belichtung und der vollkommeneren Lockerung des Bodens die Ent⸗ wickelung der ober⸗ und unterirdiſchen Organe der Pflanze erheblich üppiger, und die Wurzelfaſern treten in viel um⸗ fangreichere Berührung mit den Bodenphosphaten als auf
ddeer gleich großen Fläche des feldmäßig beſtellten Ackers.
Daraus folgt, daß auch die Aufnahme von Phosphorſäure aus dem Boden beim Gefäßverſuch größer iſt als auf der gleich großen Ackerfläche. Das beim Gefäßverſuch er⸗ mittelte Reſultat kann alſo nicht direkt auf den Acker über⸗ tragen werden; aber es fragt ſich, ob nicht relativ das beim Gefäßverſuch erhaltene Ergebnis auch für den Acker gilt. Hat der Boden A beim Gefäßverſuch 50 Teile, der Bo⸗ den B 100 Teile Phosphorſäure den Pflanzen geliefert, ſo wird das annähernd gleiche Verhältnis auch auf dem Acker wiederkehren müſſen. Liefert der Boden A, auf 1 ha Ackerfläche gerechnet, etwa 20 kg Phosphorſäure an die Pflanzen, ſo wird der Boden B 40 kg liefern. Iſt dieſe Annahme richtig? Ja und auch nein! Jeden⸗
3 falls iſt hier wieder die größte Vorſicht geboten, denn ich
bemerke, daß jene Annahme nur unter einer beſtimmten Vorausſetzung richtig ſein kann, unter der Vorausſetzung nämlich, daß die Bedingungen für die Wurzelentwicklung auf den Ackern A und B keine größeren Unterſchiede auf⸗
weiſen, als ſie beim Gefäßverſuch vorhanden waren. Dies
müſſen wir näher prüfen. Der Boden A war in unſerm
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