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Anwendung künstlicher Düngemittel / Paul Wagner
Entstehung
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Wie läßt ſich der Löslichkeitsgrad der Bodennährſtoffe feſtſtellen? 19

Reagens, und wenn uns jetzt ein Thomasmehl von un⸗ bekanntem Löslichkeitsgrad in die Hände kommt, ſo ſtellen wir nicht erſt einen Vegetationsverſuch mit demſelben an, der ſechs Monate dauert, ſondern behandeln es einfach mit Zitronenſäurelöſung, und in einigen Stunden iſt der rela⸗ tive Wert des fraglichen Thomasmehles feſtgeſtellt. Was hindert uns nun, mit den Bodenphosphaten genau ſo zu verfahren, wie mit dem Thomasmehl? Was hindert uns, auch die Bodenphosphate bzw. die in Frage kommenden Proben von Kulturböden mit 2% iger Zitronenſäure oder, wenn es damit nicht geht, mit einem anderen ge⸗ eigneten Löſungsmittel zu behandeln und innerhalb weniger Stunden feſtzuſtellen, was der Vegetationsverſuch erſt in ſechs Monaten ergibt?

In der Tat, wir haben uns bemüht, auf dieſem Wege zum Ziel zu kommen. Wir haben verſucht, ein analytiſches Verfahren zu finden, bei welchem in dem gleichen Verhält⸗ nis die Phosphorſäure aus den Bodenphosphaten gelöſt wird, wie die in dem betreffenden Boden vegetierende Kulturpflanze es tut; wir ſind aber zu dem Ergebnis ge⸗ kommen, daß dieſer Aufgabe ſich Hinderniſſe entgegen⸗ ſtellen, Hinderniſſe, wie ſie bei der Prüfung der Thomas⸗ mehle nicht beſtehen bzw. leicht überwunden werden können.

Die Hauptſchwierigkeit liegt in folgenden zwei Punk⸗ ten. Zunächſt iſt der Umſtand ſtörend, daß die Kulturböden kohlenſauren Kalk und zwar wechſelnde Mengen davon enthalten. Behandeln wir eine Probe des Bodens mit 2% iger Zitronenſäurelöſung, um die darin lösliche Phos⸗ phorſäure zu ermitteln, ſo werden wir vielleicht ein voll⸗ kommen richtiges Reſultat erhalten, wenn der Boden frei von kohlenſaurem Kalk iſt. Enthält er aber kohlenſauren Kalk und das iſt ja in der Regel der Fall, ſo wird

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