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Anwendung künstlicher Düngemittel / Paul Wagner
Entstehung
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20 Wie iſt das Düngebedürfnis eines Bodens feſtzuſtellen?

der Befund unrichtig ſein, denn wir finden dann nicht die Menge von Phosphorſäure, die ſich bei der Behandlung des Bodens mit 2% iger Zitronenſäure löſt, ſondern die Menge, die ſich bei der Behandlung mit mehr oder weniger geſchwächter Zitronenſäure löſt. Der kohlenſaure Kalk ſchwächt die Löſung, er entſäuert ſie, er nimmt die Zitronenſäure ganz oder zum Teil fort und dadurch ent⸗ ſteht ein unrichtiges Ergebnis. Denken wir uns zwei Böden, deren Phosphate tatſächlich etwa 2% in Zitronen⸗ ſäure löslicher Phosphorſäure enthalten. Der eine Boden eenthält ſo wollen wir annehmen ſo gut wie gar keeinen kohlenſauren Kalk. Behandeln wir dieſen mit Zi⸗ tronenſäure, ſo finden wir, daß ſich 2% ſeiner Phosphor⸗ ſäure löſen. Der andere aber ſei reich an kohlenſaurem Kalk. Behandeln wir dieſen mit Zitronenſäure, ſo finden wir, daß ſich ſo gut wie gar keine Phosphorſäure löſt, weeil eben der kohlenſaure Kalk des Bodens die Zitronen⸗ ſäure an ſich genommen und eine Flüſſigkeit hinterlaſſen hat, die auf die Bodenphosphate nicht wirkt. Aber noch eine andere Schwierigkeit liegt vor. Es handelt ſich bei Feſtſtellung des Gehaltes eines Bodens an löslicher, d. h. für die Pflanzen zur Verfügung ſtehender Phosphorſäure um nur ſehr geringe Mengen, um Mengen, die unter Umſtänden ſo gering ſind, daß ſie durch die chemiſche Analyſe nicht nachgewieſen werden können, wäh⸗ reend ihre Wirkung auf die Pflanze deutlich hervortritt. Die Pflanze bietet ein viel ſchärferes Reagens auf lösliche Phosphorſäure im Boden, als die analytiſche Chemie es beſitzt. Bringt man etwa 6 kg eines phosphorſäurearmen Bodens in ein Vegetationsgefäß, ſtellt man daneben ein zweites mit ebenfalls 6 kg des gleichen Bodens auf, welchem aber 0,05 g lösliche Phosphorſäure beigemengt iſt, und baut man in beiden Gefäßen Hafer, ſo wird man