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Anwendung künstlicher Düngemittel / Paul Wagner
Entstehung
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18 Wie iſt das Düngebedürfnis eines Bodens feſtzuſtellen?

mittlerem Nährſtoffgehalt, läßt die Analyſe im Stich, weil hier der Löslichkeitsgrad der Nährſtoffe den Ausſchlag gibt. Wir haben ſomit die Frage zu prüfen:

Wie läßt ſich der Löslichkeitsgrad der Bodennührſtoffe feſtſtellen?

Der Vegetationsverſuch, ſo haben wir geſehen, iſt

hierzu geeignet. Durch den Vegetationsverſuch läßt ſich

ermitteln, wieviel Kali, Phosphorſäure oder Stickſtoff ein

Boden unter beſtimmten Verhältniſſen an die Pflanze ab⸗

zugeben vermag, und wenn wir feſtgeſtellt haben, daß

unnter den für die Verſuche gewählten Verhältniſſen der

eine Boden vom Doppelzentner etwa ⁄½ g, der andere 1 g, der dritte 2 g Phosphorſäure abgegeben hat, ſo iſt gewiß, daß dieſe Zahlen ſehr wertvolle Anhaltspunkte für die Beurteilung des Düngebedürfniſſes der Böden bieten. Aber ich frage: Gibt es nicht einen noch einfacheren Weg, den Löslichkeitsgrad der Bodennährſtoffe feſtzuſtellen, als den immerhin recht umſtändlichen Vegetationsverſuch? Haben wir doch beiſpielsweiſe für die Thomasſchlacke ein chemiſch⸗analytiſches Mittel gefunden, ihren Löslichkeits⸗ grad zu ermitteln. Was hindert uns, nach genau der gleichen, ſehr einfachen und ſchnell ausführbaren Methode auch die Löslichkeit der Bodenphosphate zu beſtimmen? Durch den Vegetationsverſuch hatten wir gefunden, daß das eine Thomasmehl 90%, das andere 80%, das dritte 70% ſeiner Phosphorſäure an die Pflanzen abgab, und nachdem wir das gefunden hatten, ſuchten wir ein chemi⸗ ſches Mittel, ein chemiſches Reagens, welches in annähernd dem gleichen Verhältnis die Phosphorſäure der Thomas⸗ mehle löſte, wie ſie beim Vegetationsverſuch durch die Pflanzen aufgenommen war. In einer Löſung von 20 g

Zitronenſäure auf 1 1 Waſſer fanden wir ein ſolches