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Anwendung künstlicher Düngemittel / Paul Wagner
Entstehung
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16 Wie iſt das Düngebedürfnis eines Bodens feſtzuſtellen?

ſtande, den Ertrag noch mehr zu ſteigern. Der phosphor⸗ ſäurereichere Boden war düngebedürftig für Phosphor⸗ ſäure, der phosphorſäureärmere bedurfte der Phosphor⸗ ſäuredüngung nicht. Was lehrt dieſer Verſuch? Doch ge⸗ wiß nichts anderes, als daß es nicht nur auf den Geſamt⸗ gehalt des Bodens an Phosphorſäure, ſondern weſentlich auch auf den Löslichkeitsgrad derſelben, auf den Grad ihrer Aufnehmbarkeit, ankommt. Wir haben es hier mit den gleichen Verhältniſſen zu tun wie bei der Thomasſchlacke. Zwei Thomasmehle un⸗ gleicher Herkunft, die beide gleich viel Phosphorſäure ent⸗ halten, können in ihrem Düngewert doch ſehr verſchieden ſein. Das eine Thomasmehl kann zu 100%, das andere 3u 50% löslich ſein, das eine kann doppelt ſo ſchnell wirken als das andere. Und ſo iſt es auch mit den Boden⸗ phosphaten. Der Gehalt des Bodens an Geſamtphos⸗ phorſäure iſt nicht maßgebend, es kommt weſentlich mit auf den Löslichkeitsgrad der Bodenphosphate an. V Das dies wirklich der Fall iſt, daß die Phosphate des Bodens tatſächlich ſehr verſchiedenen Löslichkeitsgrad beſitzen, will ich an einer Reihe von Verſuchen, die wir ausführten, zeigen.

Wir füllten Vegetationsgefäße, die 7 kg Erde faßten, mit 14 verſchiedenen, der Krume von AÄckern und Wieſen entnommenen Böden. Die Gefäße wurden mit ſo viel Kali und Stickſtoff gedüngt, wie zur Erzeugung einer Maximal⸗ ernte erforderlich war; ſie wurden darauf mit Hafer be⸗ pflanzt, der Hafer wurde reif geerntet, das Erntegewicht beſtimmt und in Stroh und Körnern der Phosphorſäure⸗ gehalt ermittelt. Auf dieſe Weiſe erfuhren wir, wieviel Phosphorſäure die verſchiedenen Böden, deren Geſamtgehalt an Phosphorſäure analytiſch feſtgeſtellt war, an die Hafer⸗ pilange Abgegeben hatten. Bezeichnen wir dieſe Phos⸗