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Anwendung künstlicher Düngemittel / Paul Wagner
Entstehung
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Wie iſt das Düngebedürfnis eines Bodens feſtzuſtellen? 15

verſuchen benutzt haben, enthielten im Doppelzentner bei⸗ ſpielsweiſe zwiſchen 40 und 500 g der einzelnen Nähr⸗ ſtoffe. Aber kann man aus ſolchen Zahlen einen Schluß auf das Düngebedürfnis des betreffenden Bodens ziehen? Ja. Wenn ein Ackerboden nur 40 g Phosphorſäure im Doppelzentner enthält, ſo kann man mit vollkommener Beſtimmtheit ſagen, daß er düngebedürftig für Phosphor⸗ ſäure iſt, und mit der gleichen Beſtimmtheit kann man ſagen, daß ein Boden, der 400 oder gar 500 g Phosphor⸗ ſäure im Doppelzentner enthält, ausnehmend reich an Phosphorſäure iſt, ſo reich, daß er ſelbſt Jahrzehnte lang eine Beraubung an Phosphorſäure vertragen kann, ohne daß ſeine Fruchtbarkeit, ſoweit ſie die Verſorgung der Pflanze mit Phosphorſäure betrifft, darunter leidet. Wie nun aber, wenn ein Boden vorkommt, der etwa 100 oder 150 g Phosphorſäure im Doppelzentner enthält, können wir auch dann ein beſtimmtes Urteil über ſein Dünge⸗ bedürfnis fällen? Nein. Ein Beiſpiel wird zeigen, daß das nicht geht. Wir führten Feldverſuche auf einem Lehmboden und einem Sandboden aus. Der Lehmboden enthielt 158 g, der Sandboden nur 91 g Phosphorſäure im Doppelzentner. Bei einerVolldüngung von Kali, Phosphorſäure und Stickſtoff wurde auf dem Lehmboden ein Ertrag von 40,5 dz Haferkörner erhalten. Fehlte an der Düngung die Phosphorſäure, ſo ſank der Ertrag auf 34,9 dz. Bei der gleichenVolldüngung wurden auf dem Sandboden 38,0 dz Haferkörner erhalten; fehlte an Düngung die Phosphorſäure, ſo ſank der Ertrag nicht. Der phosphorſäurereichere Lehmboden alſo bedurfte einer

Phosphorſäuredüngung, um den Höchſtertrag zu erbringen;

der phosphorſäureärmere Sandboden dagegen lieferte

ſchon bei phosphorfreier Düngung einen Ertrag von 38 da

Haferkörner, und Phosphorſäuredüngung war nicht im⸗