14 Wie iſt das Düngebedürfnis eines Bodens feſtzuſtellen?
verſuch. Bis zum Überdruß hat man dargelegt, daß die genannte Frage nicht durch die chemiſche Analyſe zu löſen iſt; ſie muß direkt an den Boden gerichtet werden, der Landwirt muß einen Teil ſeines Ackers oder ſeiner Wieſe in
eine Anzahl Parzellen teilen, den Parzellen verſchieden zu⸗
ſammengeſetzte Düngungen geben, den Erfolg der Düngun⸗ gen feſtſtellen und auf ſolche Weiſe Aufſchluß über das Düngebedürfnis des betreffenden Bodens zu gewinnen ſuchen. Aber pflegt der Landwirt dies zu tun? Nein! Nur in ſehr ſeltenen Fällen hat man ſich entſchloſſen, Düngungs⸗ verſuche auszuführen, und wo man es getan hat, da iſt man der Sache bald müde geworden. Die Arbeit iſt zu groß und der Erfolg zu gering geweſen. Ungleichmäßig⸗ keit des Bodens, Wildſchaden, Vogel⸗ und Mäuſefraß, In⸗ ſekten und Pilze, Dürre und Näſſe, Lagerfrucht und Hagelſchaden, Körnerausfall und ſonſtige Zufälligkeiten haben die Ergebniſſe oft ſo ungenau und unſicher gemacht, daß ſie eher zu Fehlſchlüſſen als zu einer wahrheits⸗ getreuen Beantwortung der geſtellten Fragen geführt haben. Und dazu kommt, daß alle Verſuchsarbeiten in die Zeit fallen, in welcher es ganz beſonders ſchwierig iſt, die notwendigen Kräfte dafür bereit zu ſtellen.
Dies erwägend, hat man wieder und immer wieder verſucht, dem Praktiker die Arbeit zu erleichtern oder ganz
aobzunehmen; man hat aufs neue und nach verſchiedenen Riichtungen hin die Frage geprüft:
Iſt die chemiſche Analyſe imſtande, das Düngebedürfnis eines Bodens zu ermitteln?
Es iſt bekannt, daß der Gehalt eines Bodens an Stickſtoff, Phosphorſäure und Kali ohne Schwierigkeit
durch die chemiſche Analyſe feſtgeſtellt werden kann. Acker⸗
und Wieſenböden, die wir unterſucht und zu Düngungs⸗
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