10 Wann ſind Bodenerträge durch künſtl. Düngemittel zu erhöhen?
daß ſie dem erfahrenen, einſichtsvollen und umſichtigen Landwirt überall— ſein Boden mag beſchaffen ſein wie er will— höchſt wertvolle Dienſte leiſten können.
Soll ich die Bedeutung der künſtlichen Düngemittel ganz kurz zuſammenfaſſen, ſo ſage ich folgendes:
1. Die Handelsdünger ſetzen den intenſiv wirtſchaften⸗ den Landwirt in den Stand, die Kulturpflanzen, ſelbſt die nährſtoffbedürftigſten bzw. leiſtungsfähigſten Varietäten derſelben, auf das Höchſtmaß ihrer Entwickelung zu brin⸗ gen, Ertragsſteigerungen zu bewirken, wie ſie durch reine Stallmiſtwirtſchaft nicht erzielbar ſind, und ſie ſetzen ihn in den Stand, den Boden ſtark angreifende Pflanzen in verhältnismäßig kurzen Unterbrechungen auf dem gleichen Acker wiederkehren zu laſſen, ohne daß die Erträge ab⸗ nehmen und eine Erſchöpfung des Bodens zu bemerken iſt.
2. Die Handelsdünger machen es möglich, die Er⸗ nährung der Kulturpflanzen den beſonderen Verhältniſſen des Bodens, des Klimas und der Witterung dermaßen an⸗ zupaſſen, daß die günſtigen Einflüſſe dieſer Verhältniſſe ausgenutzt, die ungünſtigen abgeſchwächt oder auch ganz beſeitigt werden.
3. Die Handelsdünger ſetzen den Landwirt in den Stand, die ihm zur Verfügung ſtehende Bodenfläche zur Einſammlung von atmoſphäriſchem Stickſtoff ergiebig aus⸗ zunutzen. Phosphate und Kaliſalze geben den Lupinen, dem Klee, den Wicken, Erbſen, der Serradella, den Wieſen⸗ pflanzen uſw. unter Vermittelung von Bakterien die Fähigkeit, große Mengen von Stickſtoff der atmoſphäriſchen Luft zu entnehmen und mit dieſem wichtigen und wert⸗ vollſten aller Nährſtoffe die Wirtſchaft zu bereichern, das Düngerkapital zu vermehren und die extenſive Produktion in eine intenſive umzuwandeln, wodurch der Bodenwert geſteigert und die Rente erhöht wird.


