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Anwendung künstlicher Düngemittel / Paul Wagner
Entstehung
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Wann ſind Bodenerträge durch künſtl. Düngemittel zu erhöhen? 9

ſchaften durch Anwendung künſtlicher Düngemittel entgegen zu wirken und ſie weniger fühlbar für die Pflanzenent⸗ wickelung zu machen. Intenſive Ernährung der Pflanze in ihrer erſten Jugend bewirkt einen größeren Tiefgang der Wurzeln, wodurch dem Waſſermangel vorgebeugt wird, ſie bewirkt ferner eine frühzeitige Beſchattung des Bodens, wodurch der Kruſtenbildung entgegengewirkt wird, und ſie bewirkt eine ſchnellere und kräftigere Entwickelung der Pflanze, wodurch die Gefahren vermindert werden, die in ober⸗ und unterirdiſchen Feinden, in der Ungunſt der Witterung, in Pilzkrankheiten uſw. der Vegetation drohen und welche auf einem phyſikaliſch ungünſtig beſchaffenen Boden bekanntlich weit größer ſind als auf beſſeren Böden. Iſt es alſo auch richtig, daß ein in gutem Kultur⸗ und Düngungszuſtande befindlicher Boden die Wirkung der künſtlichen Düngemittel mehr ſichert als ein vernachläſſigter und abgewirtſchafteter, ſo iſt doch hervorzuheben, daß eine vorſichtige und den beſonderen Verhältniſſen gut angepaßte Verwendung von Handelsdüngern gerade auf einem ab⸗ gewirtſchafteten Boden höchſt wertvolle Dienſte leiſtet. Allgemein bekannt iſt, daß eine Stallmiſtdüngung auf ſolchen Böden zunächſt von unbefriedigender Wirkung iſt; erſt nach einer Reihe von Jahren und durch wiederholte ſtarke Düngungen iſt die Fruchtbarkeit des Bodens wieder herzuſtellen. Durch Zuhilfenahme von künſtlichen Dünge⸗ mitteln aber iſt man in der Lage, den Boden ſofort wieder in hohe Ertragsfähigkeit zu bringen und ihn ſo lange darin zu erhalten, bis die Stallmiſtdüngungen zu aus⸗ giebiger Wirkung kommen und ſie den durch Raubbau auf⸗ gezehrten Bodenreichtum wieder erſetzt haben. Aus dieſen Andeutungen wird man erkennen, daß die künſtlichen Düngemittel nicht nur auf den beſſeren Boden⸗ arten, ſondern auch auf den geringeren anwendbar ſind und