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Anwendung künstlicher Düngemittel / Paul Wagner
Entstehung
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8 Wann ſind Bodenerträge durch künſtl. Düngemittel zu erhöhen?

Nährſtoffumwandlung anzuregen ſuchen, die reichlicher iſt, als ihrer normalen Entwicklung entſpricht.

In weiteſtgehendem Maße iſt dies, wie geſagt, unter verhältnismäßig günſtigen Bedingungen auf ſog.beſſeren Bodenarten möglich; doch würde es ein großer Irrtum ſein, wenn man glauben wollte, die künſtlichen Düngemittel ſeien überhaupt nur auf beſſeren Böden mit Vorteil zu verwen⸗ den. Das iſt durchaus nicht der Fall. Ebenſo große, unter Umſtänden ſenar noch größere Gewinne laſſen ſich durch Anwendung künſtlicher Düngemittel auch auf den gerin⸗ geren, auch auf vernachläſſigten und ausgeraubten Böden er⸗ zielen. Es muß in ſolchen Fällen die Anwendung der Dünge⸗ mittel nur mit mehr Umſicht und Verſtändnis geſchehen; denn ſie fordert eine weit größere Rückſichtnahme auf die vor⸗ liegenden Sonderverhältniſſe und ſchließt in der Regel ein größeres Wagnis ein, als auf den beſſer beſchaffenen Böden.

Vor allem iſt es die Stickſtoffdüngung, die auf Böden von außergewöhnlicher Beſchaffenheit mehr Vorſicht bean⸗ ſprucht als auf mittleren Bodenarten. Mit der Gefahr

eeiner Stickſtoffverſickerung durch anhaltende Regengüſſe hat

man auf ſehr durchläſſigen Böden, mit leicht eintretender Verhärtung und Kruſtenbildung nach Salpeterdüngung auf ſehr ſchweren Böden zu rechnen. Ferner läßt ein ſehr leichter Boden die Pflanzen oft durſten und macht ſie un⸗ fähig zur Verarbeitung großer Stickſtoffmengen, weshalb man auf ſolchem Boden mehr die Winterfrüchte zur An⸗ wendung künſtlicher Düngemittel benutzen und die Ernäh⸗ rung der Sommerfrüchte auf ein möglichſt frühes Entwicke⸗ lungsſtadium derſelben legen muß. Bietet der Boden ungünſtige phyſikaliſche Verhältniſſe, ſo wird er, wie oben hervorgehoben, geringere Gewähr für eine befriedigende Wirkung der Handelsdünger bieten; doch iſt man ander⸗ ſeits auch wieder imſtande, den ungünſtigen Bodeneigen⸗