Wann ſind Bodenerträge durch künſtl. Düngemittel zu erhöhen? 7
zen, eine Steigerung der Erträge ermöglichen und dem⸗ gemäß den Nährſtoffbedarf erhöhen.
Der tiefgründige, wohlbearbeitete, humusreiche, in guter Kultur befindliche und klimatiſch begünſtigte mittlere Lehmboden bietet die verhältnismäßig größte Gewähr für eine ſichere Wirkung der Handelsdünger, und jedes Mittel, das zur Verbeſſerung der Bodeneigenſchaften beiträgt, fördert den Erfolg der Düngung. Je günſtiger ſich die außer Stickſtoff, Phosphorſäure und Kali in Betracht kom⸗ menden Bedingungen der Pflanzenproduktion geſtalten, um ſo ſchneller wird ein Verbrauch, um ſo früher ein Hunger nach Nährſtoffen eintreten, und um ſo eher wird man wagen dürfen, den Kulturpflanzen noch mehr Nähr⸗ ſtoffe zuzuführen, als ihrem eigentlichen Bedürfnis, ihrem Hunger, entſpricht. Man wird die Kulturpflanzen gleich⸗ ſam„mäſten“ können.
Bei intenſiv betriebener Viehfütterung geht man ja auch weiter, als dem eigentlichen Bedürfnis der Tiere ent⸗ ſpricht. Käme es nur darauf an, ihren Hunger zu ſtillen, ſo könnte man an Futter ſparen. Aber man bezweckt mehr, man bezweckt eine Intenſität der Futterumwandlung im Tierorganismus, eine Produktion von Milch, Fleiſch und Fett, welche erheblich größer iſt, als dem notwendigſten Futterbedarf der Tiere entſpricht, und die nur dadurch er⸗ zielt werden kann, daß man die Nährſtoffaufnahme durch Angebot beſonders ſchmackhafter, leicht verdaulicher und konzentrierter Futtermittel ſteigert.
Ebenſo aber iſt es bei der Pflanzenproduktion. Wo die Verhältniſſe günſtig liegen, da wird man Pflanzenvarie⸗ täten von hervorragender Leiſtungsfähigkeit, gleichſam von großer„Maſtfähigkeit“ bauen, und man wird die Pflanzen durch ein reichliches Angebot leicht löslicher und ſchnell wirkender Düngemittel zu einer Nährſtoffaufnahme und


