Unter welchen Verhältniſſen iſt es mög⸗ lich, die Bodenerträge durch Anwendung künſtlicher Düngemittel zu erhöhen?
Ich antworte hierauf: überall da, wo die Pflanzen hun⸗ gern. Wo der Boden Pflanzen erzeugt, die nach Stickſtoff, Phosphorſäure oder Kali hungern, da wird man durch An⸗ wendung von Handelsdüngern die Erträge ſteigern können.
Nicht immer iſt es ja der Hunger, der einer geringen Entwicklung der Pflanzen zugrunde liegt; gar oft iſt es der Durſt, unter dem die Pflanzen leiden, oder es iſt man⸗ gelhafte Lockerung des Bodens, wodurch die Wurzelent⸗ wicklung erſchwert wird, oder Kruſtenbildung, welche ſchädigend wirkt, oder Undurchläſſigkeit des Bodens, wo⸗
durch ſtauendes Waſſer mit all ſeinen ſchädlichen Folgen
entſteht, oder Kalkarmut, Humusarmut uſw., kurz— es ſind oft ungünſtige phyſikaliſche oder chemiſche Bodenver⸗ hältniſſe oder ungünſtige Verhältniſſe des Klimas oder der
Witterung, die die Pflanzen nicht zu einer geſunden, freu⸗
digen Entwicklung kommen laſſen und die Produktion be⸗ ſchränken. In ſolchen Fällen kann es vorkommen, daß die Pflanze kein Bedürfnis nach einer größeren Zufuhr von Nährſtoffen hat, ſie hungert nicht, es genügen ihr die Mengen, die der Boden bietet, um die unter den gegebenen Verhältniſſen zu ermöglichenden geringen Erträge zu er⸗ zeugen. Erſt durch Herſtellung beſſerer Verhältniſſe, wie man ſie durch Bewäſſerung oder Entwäſſerung, durch Tief⸗ kultur, beſſeres Pflügen, Eggen, Behacken, durch Merge⸗ lung, Humusbereicherung uſw. erzielt, werden Bedingun⸗ gen geſchaffen, die eine kräftigere Entwicklung der Pflan⸗


