Anſteckende Lungenentzündung der Kälber 149
mit ruhrkranken Kälbern zuſammen zu bringen. Ein verunreinigter Stall iſt auf das forgfältigſte zu behandeln und namentlich der Fußboden auszugraben und zu erneuern.
9. Anſteckende Tungenenkzündung der KRälber.
Die anſteckende Lungenentzündung kommt faſt ausſchließlich bei Kälbern im Alter bis zu 3 Monaten vor. Die Krankheit kennzeichnet ſich hauptſächlich durch Huſten, Atembeſchwerden und Fieber. Dabei verringert ſich mehr und mehr der Appetit, und häufig ſtellen ſich auch Verdauungsſtörungen, insbeſondere Durchfall, ein. Dann werden die Tiere hinfällig, liegen viel mit vorgeſtrecktem Kopf und ſtöhnen. Je jünger die erkrankten Kälber ſind, deſto ungünſtiger ſind die Ausſichten auf Geneſung, bei älteren Kälbern tritt eher Heilung ein.
Die Krankheit wird ohne Zweifel durch heſondere Anſteckungs⸗ ſtoffe hervorgerufen, ihre Entſtehung wird aber durch unzweck⸗ mäßige, hauptſächlich durch zu warme und mangelhaft gelüftete Stallungen begünſtigt.
Hinſichtlich der Behandlung iſt namentlich für friſche Luft und gute Ernährung zu ſorgen. Etwa vorhandene Verdauungs⸗ ſtörungen ſind in geeigneter Weiſe zu behandeln.
Die Vorbeugung hat darin zu beſtehen, daß die geſunden Kälber aus dem Stall, wo ſich kranke Tiere befinden oder auf⸗ gehalten haben, entfernt und in einen möglichſt abgelegenen, reinen Raum gebracht werden. Insbeſondere iſt den neugeborenen Kälbern ein nicht mit Anſteckungsſtoffen verunreinigter Stall zu geben. Bei der Fütterung iſt dafür zu ſorgen, daß eine Verſchleppung des Anſteckungsſtoffes, etwa durch Perſonen oder durch Futtergeräte, nicht erfolgen kann.
Stallungen, in denen ſich Kälber befunden haben, die an der anſteckenden Lungenentzündung gelitten haben, ſind auf das ſorg⸗ fältigſte zu reinigen und wenigſtens für längere Zeit nicht wieder mit Kälbern zu beſetzen.
19. Knochenweiche.
Die Knochenweiche kommt bei jugendlichen Tieren und zwar vorzugsweiſe beim Schwein vor.
Urſachen. Bei neugeborenen und jugendlichen Tieren beſteht das Skelett erſt zu einem Teil aus Knochenmaſſe, zum weſentlichen


