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Geburtshilfe : für Landwirte / bearb. von A. Tapken
Entstehung
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150 Krankheiten und Fehler neugeborener Tiere.

Teil aber noch aus Knorpelgewebe. Erſt nach und nach tritt an Stelle des Knorpels durch Einlagerung von Kalkſalzen Knochen⸗ gewebe. Wenn nun in der Nahrung zu wenig Kalk enthalten iſt, ſo geht dieſe Verknöcherung nicht in gehöriger Weiſe vor ſich, die Knochen bleiben vielmehr länger als unter gewöhnlichen Ver⸗ hältniſſen weich. Zugleich entſtehen verſchiedene Verbildungen, ins⸗ beſondere Verdickungen und Anſchwellungen der Knochen, nament⸗ lich an ihren Gelenkenden.

Einen ſehr geringen Kalkgehalt haben unter anderem die Kartoffeln. Eine ausſchließliche Ernährung junger Schweine mit dieſem Futtermittel kann Knochenweiche veranlaſſen. Es zeigt ſich deshalb die Krankheit auch ſo häufig nach guten Kartoffelernten.

Wenn nun auch eine mangelhafte Ernährung die weſentlichſte Urſache der Knochenweiche iſt, ſo ſind doch auch noch andere Um⸗ ſtände von erheblichem Einfluß auf die Entſtehung der Krankheit. Dieſe tritt hauptſächlich in ſolchen Beſtänden auf, die andauernd im Stall gehalten werden oder nur einen kleinenAuslauf zur Verfügung haben, dagegen erſcheint ſie ſelten bei Ferkeln, die von Weideſchweinen abſtammen, und die ſelbſt die Weide beſuchen. Be⸗ günſtigt wird die Entwickelung der Knochenweiche durch Ver⸗ dauungsſtörungen. Endlich kommt eine erbliche Anlage in Betracht. Schweine, die einer feinen, frühreifen Raſſe angehören und ſich durch hohe Maſtfähigkeit auszeichnen, werden am leichteſten von der Krankheit ergriffen.

Erſcheinungen. Die Knochenweiche entwickelt ſich meiſtens einige Zeit nach dem Abſetzen der Ferkel. Dieſe zeigen einen ſteifen, geſpannten Gang und liegen viel. Sodann treten nament⸗ lich an den Knochen der Gliedmaßen Verdickungen auf, ſund die Knochen verbiegen ſich, ſie werden krumm. Auch verbiegt ſich häufig der Rücken nach oben oder nach unten. Die Freßluſt nimmt ab, es ſtellen ſich leicht Durchfälle ein, und die Tiere magern ab und gehen ſchließlich zu Grunde, wenn nicht die Krankheit durch geeignete Behandlung gehoben wird.

Behandlung. Das weſentlichſte Erfordernis iſt eine paſſende Ernährung und Haltung der Tiere. Als Futter iſt beſonders Milch, Hafer oder Gerſte zu empfehlen. Wenn die Jahreszeit und andere Verhältniſſe es zulaſſen, und die Kranken noch im⸗ ſtande ſind, zu gehen, ſo iſt für einen genügenden Aufenthalt im Freien, wenn möglich auf der Weide, zu ſorgen. Auch kann es zweckmäßig ſein, den Patienten präpariertes(aufgeſchloſſenes) Knochen⸗ mehl(Futterkalk) zu geben, und zwar etwa 3 Monate alten Ferkeln