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Geburtshilfe : für Landwirte / bearb. von A. Tapken
Entstehung
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148 Krankheiten und Fehler neugeborener Tiere.

einigen Gegenden ganz außerordentliche Verluſte, ſo daß in manchen Beſtänden der größte Teil der Kälber daran zu Grunde geht.

Urſachen. Der Anſteckungsſtoff der Ruhr iſt in dem Kot der kranken Tiere vorhanden und kann durch dieſen überall im Stall verbreitet und durch Menſchen und Tiere, ſowie durch Streu oder andere Gegenſtände verſchleppt werden. In einem Stall, der durch den Anſteckungsſtoff verunreinigt iſt, kann ſich dieſer lange wirkſam erhalten.

Mehrfach iſt beobachtet worden, daß Verwerfen und an⸗ ſteckende Ruhr in einem Stall zuſammen auftreten.

Es wird vielfach angenommen, daß eine Anſteckung der Kälber bereits im Mutterleibe oder bei der Geburt erfolgen könne.

Erſcheinungen. Die Krankheit tritt bei Kälbern in der Regel ſchon in den erſten Tagen nach der Geburt ein. Der Appetit vermindert ſich oder hört ganz auf, und es ſtellt ſich Durchfall ein. Anfänglich iſt der Kot meiſtens noch gelblich, bald aber wird er weißlich daher der Nameweiße Ruhr ſehr dünn, ſchleimig und mit bröckligen Teilen(Milchgerinnſeln) und manchmal auch mit Blut vermiſcht(rote Ruhr). Dabei iſt der Kot von üblem, fauligem Geruch. Häufig iſt bei den Kranken ſtarkes Drängen bemerkbar, oder es geht der Kot unwillkürlich ab. Die Tiere werden raſch hinfällig, liegen viel, die Augen treten tief in ihre Höhlen zurück. Bei ungünſtigem Verlauf erfolgt der Tod mitunter ſchon innerhalb 24 Stunden, gewöhnlich aber nach 2 bis 3 Tagen oder, bei älteren Kälhern, nach einigen Tagen. Sehr viele von dieſer Ruhr befallene Kälber ſterben, die Ge⸗ neſenden erholen ſich in der Regel nur langſam.

Füllen erkranken an der Ruhr manchmal ſchon in den erſten Tagen nach der Geburt, mitunter jedoch ſpäter. Lämmer erkranken am häufigſten in den erſten 3 Tagen nach der Geburt. Erſcheinungen und Verlauf ſind bei ihnen ähnlich wie beim Kalb.

Behandlung. Sowohl gegen den gewöhnlichen Durchfall als auch gegen die Ruhr werden zahlreiche Mittel empfohlen und angewandt. Da die Arzneien je nach Lage des Falles zu ver⸗ ordnen ſind, ſo muß von ihrer Aufzählung hier abgeſehen werden.

Die Vorbeugung iſt ſelbſtverſtändlich von größter Wichtig⸗ keit. Nach mehrfachen Beobachtungen hat es ſich mitunter als wirkſam erwieſen, wenn hochträchtige Kühe 48 Wochen vor dem Gebären aus ihrem Stall, der mit Anſteckungsſtoffen verunreinigt war, entfernt wurden. Sofort nach der Geburt ſind die Kälber in einen von Anſteckungsſtoffen freien Raum und vor allem nicht