Krankheiten und Fehler neugeborener
Tiere. Allgemeines. Schon das neugeborene Tier findet ſich manchmal mit Krank⸗ heiten und Fehlern behaftet; man nennt dieſe angeboren— ab⸗
geſehen jedoch von ſolchen Zuſtänden, wie Nabelblutung, Scheintod und Lebensſchwäche, die durch den Geburtsvorgang bedingt worden ſind. Einige der angeborenen Krankheiten und Mängel fallen ſofort in die Augen, wie z. B. Verkrümmungen, andere, wie Nabel⸗ bruch, Hodenſackbruch, werden gewöhnlich erſt ſpäter bemerkt.
Manche Krankheiten werden in der erſten Lebensperiode er⸗ worben. Die Empfänglichkeit junger Tiere für Geſundheits⸗ ſtörungen iſt indeſſen je nach Gattung und Raſſe verſchieden, und es ſpielt in dieſer Hinſicht eine gewiſſe ererbte Anlage eine große Rolle. Auch iſt nicht zu verkennen, daß mit einem intenſiveu Betrieb der Landwirtſchaft, insbeſondere der Tierzucht, im all⸗ gemeinen Geſundheitsſtörungen häufiger werden, und ſogar neue, früher unbekannte Krankheiten auftreten, was ſich bei jugendlichen Tieren mehr als bei älteren bemerkbar macht. Zum weſentlichen Teil rührt das ohne Zweifel von einſeitig betriebenen Zucht⸗ richtungen her. Es wird gewöhnlich nicht ſo ſehr auf feſte, wider⸗ ſtandsfähige Geſundheit, ſondern vor allem auf Frühreife, Maſt⸗ fähigkeit oder Milchergiebigkeit geſehen, und dementſprechend wird die Auswahl der Zuchttiere getroffen, ſowie die Haltung und Er⸗ nährung eingerichtet.
Die geſundheitlichen Nachteile ſolchen Strebens treten am häufigſten bei Kälbern und Schweinen auf. Bei ihnen erſcheinen mehrere Krankheiten in ſeuchenartiger Verbreitung; einige von dieſen, die beim Kalbe vorkommen, wie Ruhr, anſteckende Lungen⸗ entzündung, Nabelvenenentzündung, Lähme und verſchiedene ſonſtige Krankheiten werden manchmal unter dem Sammelnamen„Kälber⸗


