134 Krankheiten und Regelwidrigkeiten beim Muttertier nach der Geburt.
Schlickrige, käſige Milch kennzeichnet ſich dadurch, daß ſie ſchon einige Stunden nach dem Melken, namentlich aber beim Kochen, gerinnt, käſig wird; zudem läßt ſie ſich ſchwer buttern.
Bei der Behandlung ſind die Urſachen zu berückſichtigen.
Wäſſrige Milch iſt von bläulichem Ausſehen. Sie ent⸗ hält wenig Fett und Käſe. Solche Milch iſt einigen Tieren eigentümlich und mitunter eine Raſſeneigenſchaft. In anderen Fällen rührt ſie jedoch von mangelhaftem, wäſſrigem Futter: Rüben, Rübenblätter, Schlempe, Kartoffeln ꝛc., oder von krank⸗ haften Zuſtänden her.
Schleimige, fadenziehende Milch wird durch Pilze, die in die Milch eindringen, hervorgerufen. Es kommt das am häufigſten im Sommer und in Wirtſchaften mit unſauberen Stallungen und Milchräumen vor.
Solche Milch iſt zunächſt gewöhnlich noch dünnflüſſig, nach einigem Stehen aber wird ſie ſchleimig und fadenziehend. Mit⸗ unter wird ſie ſo zähe, daß ſie nicht ausfließt, wenn der Be⸗ hälter umgewendet wird. Die Milch läßt ſich ſchwer buttern.
Die Behandlung beſteht hauptſächlich in gründlicher Reinigung der Milchgefäße.
Blaue Milch wird durch Pilze, die einen blauen Farbſtoff bilden, veranlaßt. Die Entwickelung der Pilze wird durch ver⸗ ſchiedene Umſtände begünſtigt. Am meiſten findet ſich die blaue Milch im Frühjahr und Sommer und in dumpfigen Milchräumen. Auch hat die Milch kranker Tiere mitunter Anlage zum Blau⸗ werden.
Es erſcheinen bei der blauen Milch ein oder zwei Tage nach dem Melken kleine Flecke auf der Milch, die zuerſt meiſtens grau⸗ blau, dann hell⸗ oder dunkelblau ausſehen. Die Flecke breiten ſich allmählich weiter aus, dringen auch in die Tiefe und färben mitunter die ganze Milch blau. Nach längerem Stehenlaſſen wird die Milch faulig. Blaue Milch iſt geſundheitsſchädlich.
Hinſichtlich der Behandlung iſt vor allem eine gründliche Reinigung der Stallungen, der Milchräume und der Milchgerät⸗ ſchaften erforderlich.
Die rote Milch wird ebenfalls durch Pilze hervorgerufen. Der Farbſtoff bildet ſich erſt einige Zeit nach dem Ausmelken und nur auf der Oberfläche der Milch.
In ähnlicher Weiſe kann ein Gelbwerden der Milch eintreten.
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