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Geburtshilfe : für Landwirte / bearb. von A. Tapken
Entstehung
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16 Bau und Verrichtungen des Beckens und der Fortpflanzungsorgane ꝛc.

und mäßiger Nachtfroſt keine beſonders nachteilige Wirkung auf ſie aus. Erfahrungsgemäß können in Gegenden mit Weidewirtſchaften hochtragende Rinder noch im Oktober und bei günſtiger Witterung ſogar im November Tag und Nacht im Freien bleiben. Abgehärtete Schafe, z. B. die Marſchſchafe des nordweſtlichen Deutſchlands, können ſich ohne Schaden tagsüber faſt den ganzen Winter durch auf der Weide aufhalten.

Bewegung iſt auch für Zuchtſchweine von außerordentlich günſtigem Einfluß. Ein kleinerAuslauf erfüllt aber den Zweck, den Tieren Gelegenheit zu Bewegung zu bieten, nur in mangel⸗ hafter Weiſe. Es zeigt ſich, daß im allgemeinen dort, wo die Zuchtſchweine regelmäßig die Weide oder andere ausgedehnte Flächen beſuchen, Schwergeburten und Krankheiten nach der Ge⸗ burt bei weitem nicht ſo häufig wie in ſolchen Wirtſchaften ſind, wo die Tiere in beſchränkten Räumen gehalten werden. Auch dürfen Zuchtſchweine nicht in allzu reichlichem Maße mit Kartoffeln gefüttert werden, die nur dann ein vorzügliches Futtermittel ſind, wenn ſie im richtigen Verhältnis mit paſſendem Kraftfutter oder Milch verabreicht werden.

Bei Stallhaltung iſt für ein bequemes Lager und genügenden Raum zu ſorgen. Das iſt namentlich bei Kühen zu beachten, deren Stand in manchen Stallungen ſo kurz und ſchmal iſt, daß nebeneinander ſtehende Kühe ſich nicht gleichzeitig legen können.

Eine Benutzung zur Arbeit kann bei Stuten in den erſten Monaten der Trächtigkeit in unveränderter Weiſe ſtattfinden; ſie pflegen jedoch etwas eher als ſonſt zu ermüden. Leichtere Dienſte, insbeſondere die gewöhnlichen landwirtſchaftlichen Arbeiten, die eine langſame Gangart erfordern, können bis zum Ende der Trächtig⸗ keit verrichtet werden. Solche ſind ihnen ſogar zuträglich, ſie ver⸗ hindern auch das Auftreten von Geſchwülſten am Bauch und an den Schenkeln. Alle übermäßigen Anſtrengungen, ſowohl ſchwere Zugleiſtungen als auch ſchnelle Bewegungen, ſind jedoch bei fort⸗ geſchrittener Trächtigkeit zu vermeiden.

9. Anfruchtbarkeik.

Unfruchtbarkeit oder Nichtträchtigwerden iſt für die Tierzucht von erheblicher Bedeutung. Am häufigſten findet ſich dies beim Rind, bei dem das Umrindern ein gefürchteter übel⸗ ſtand iſt, oft genug aber auch beim Pferd, ſeltener bei anderen Haustieren.

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