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Ackerbau, einschließlich Gerätelehre / von Droysen und Gisevius
Entstehung
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G. Urbarmachung von Acker und Moor. 233

Boden gründlich gemiſcht wird. Gleichzeitig wird ſtädtiſcher Dünger oder Seeſchlick in größeren Mengen hinzugefügt, um eine nährſtoff⸗ reichere Bodenſchicht zu gewinnen. Iſt die ganze Fläche eines Beſitz⸗ tums allmählich ausgetorft, ſo iſt der Boden auch ſchon ſo ſtark mit ſtädtiſchem Dünger oder Seeſchlick verſorgt, daß ſeine Benutzung wie auf jedem Mineralboden erfolgen kann. Der Erſatz des ſtädtiſchen Düngers und des Seeſchlicks durch Mergel oder künſtlichen Dünger iſt unter Umſtänden unſicher, da es dabei leicht an einzelnen Nähr⸗ ſtoffen fehlen kann.

3. Unerläßliche Vorbedingungen für eine des Erfolges ſichere Anlage von Veenkulturen ſind der Natur der Sache nach die Hinein⸗ führung von Schiffahrtskanälen in das Moor und die Möglichkeit des Abſatzes von Torf, ſowie der Gewinnung von ſtädtiſchem Dünger oder Seeſchlick.

Aus den Veenkulturen kann man nach Bereicherung des Bodens mit Nährſtoffen nach einiger Zeit auch Deckkulturen herſtellen.

§ 144. Die KMliſch-, die Wieſen- und die Brennkultur.

Wenn bei Mooren, da kein Mineralboden in der Nähe oder in dem nächſten Untergrunde zu haben iſt, weder die Deck⸗ noch aus Mangel an Stalldünger die Veenkultur möglich iſt, oder wenn man die Koſten ſcheut, ſo kann man Miſchkultur ausführen, oder die Moore zu Wieſen niederlegen, oder die Brennkultur anwenden.

1. Die Miſchkultur beſteht darin, daß das Moor durch Um⸗ pflügen oder Umgraben ſtark durchlüftet und ſodann mit Stalldung reichlich und möglichſt bald wiederholt verſorgt wird. In Beetkultur kann man dann Kartoffeln und Gemüſe, von Feldfrüchten ſonſt be⸗ ſonders Roggen bauen. Wenn außerdem reichlich Wieſen und Weiden vorhanden ſind und die Gewinnung entſprechender Stalldüngermengen ſicher ſtellen, ſo kann die Miſchkultur befriedigende Erfolge zeigen.

2. Die Niederlegung zu Wieſen erfordert eine Entwäſſerung durch Haupt⸗ und Nebengräben, deren Tiefe unter Beachtung des ſpäteren Setzens des Moores auf 0,4 0,75 m unter der Erd⸗ oberfläche gehen und mit der womöglich eine Bewäſſerung verbunden werden muß. Die Zerſtörung der alten Vegetationsſchicht fällt am geeignetſten in das Frühjahr, ſobald der Boden 5 cm aufgetaut iſt, und wird mit Hilfe ſchwerer Eggen oder Pulveriſier⸗(Teller⸗) Eggen bewirkt, wobei zugleich die Anſaat, unter Umſtänden unter einer Über⸗ frucht, eingebracht werden kann. Die Düngung geſchieht mit Kainit und Thomasſchlacke, während Stickſtoff ſchon im Moore enthalten iſt. Auch kann eine Düngung mit Kalk, Chlorſalzen, Eiſenvitriol, Kompoſt oder eine Erddüngung, letztere zur Feſtigung der oberſten Schicht, Anwendung finden.