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Ackerbau, einschließlich Gerätelehre / von Droysen und Gisevius
Entstehung
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234 VI. Meliorationen.

Abgeſehen von der Froſtgefahr, können damit auf Niederungs⸗ mooren ſehr gute Wieſen auch ohne Deckſchicht geſchaffen werden.

3. Die Brennkultur findet, während die Niederungsmoore ihrer Graswüchſigkeit wegen zu Wieſen niedergelegt werden, auf Hoch⸗ mooren Anwendung und geſtattet ihre Benutzung als Ackerfläche.

Nach der Entwäſſerung durch offene Gräben und dem Ab⸗ trocknen wird durch das Brennen der Oberfläche eine Krume ge⸗ ſchaffen, die an Mineralſtoffen reicher iſt als vorher. Die Pflanzen, die nun einige Jahre(68 Jahre) lang unter Wiederholung des Brennens angebaut werden, ſind Buchweizen, Roggen, Hafer, Spörgel und Kartoffeln. Hierauf bedarf das Moor einer Ruhepauſe von 30 Jahren, zum wieder gebrannt werden zu können, es ſei denn, daß man durch beſonders ſtarke Düngungen ausnahmsweiſe die Ackerkrume bereichern und zur dauernden Benutzung geſchickt machen kann.

Das Brennen darf nicht zu tief gehen, weil ſonſt der Boden die Feuchtigkeit nicht mehr annimmt, vielmehr loſe und das Moor totgebrannt, d. h. unfruchtbar wird.

Die Brennkultur iſt als Raubkultur zu bezeichnen und nur da zu entſchuldigen, wo Deck- und Miſchkultur unmöglich iſt. Sie be⸗ läſtigt außerdem ganze Landſtriche durch den dabei erzeugten Moor⸗ rauch.

Druck von Fr. Stollberg in Merſeburg.