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Ackerbau, einschließlich Gerätelehre / von Droysen und Gisevius
Entstehung
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230 VI. Meliorationen.

erfüllt, als vom Sand, doch lehrt die Erfahrung, daß auch Sand bei genügender Dicke der Deckſchicht nicht einſinkt. Ein Miſchen der Deckſchicht mit dem darunter befindlichen Moor wie die Verwendung moorigen Sandes iſt ſtreng zu unterlaſſen, da der Sand alsdann leicht völlig verſinkt, die neu gebildete Oberkrume zu leicht wird und ſomit das Moor nicht mehr in zweckdienlicher Weiſe zuſammendrücken kann. Die Entnahme des Sandes kann aus der Grabenſohle oder von Sandbergen am Ufer des Moores aus erfolgen. Die Entnahme des Sandes aus der Grabenſohle(Fig. 174) iſt nur dann möglich, wenn der Moorſtand nicht zu mächtig(bis 1 m) iſt, und wenn der Sand keinen Schwefelkies enthält, der an der Luft zu Schwefelſäure, ſchwefliger Säure und Eiſenoxydul zerfällt und damit giftig wirkt. Das Vorhandenſein des oft neſterweiſe auftretenden Schwefelkieſes kann man nur durch Entnahme zahlreicher Proben an vielen Stellen erkennen, indem man die Proben in Blumentöpfen mit Hafer anſät und deſſen Wachstum beobachtet. In ſchwefelkieshaltigem Sande wächſt er nicht fort. Die Dicke der Defſſchicht ſoll(loſe aufgeſchüttet ge⸗

Fig. 174. Entnahme des Sandes c aus der Grabenſohle b

meſſen) nicht unter 12 cm auch bei Wieſen betragen. Bei ge⸗ ringerer Mächtigkeit ſinkt die Deckſchicht leichter unter, bei zu großer dringen die Wurzeln zu ſchwer bis zum Moor durch.

c) Die alte Vegetationsſchicht des Moores wird entweder mit dem ſorgfältig auszubreitenden Mooraushub aus den Gräben gemiſcht und dann ohne weiteres mit Sand eingedeckt, oder ſie wird, wenn der Mooraushub fehlt,(zur Torfgewinnung oder zum Ausfüllen von Vertiefungen benutzt wird), flach geſchält und dann mit Sand bedeckt. Sie zerſetzt ſich dann erfahrungsgemäß leicht.

d) Die Düngung geht von dem Grundſatze aus, daß das Moor zur Ernährung der Pflanzen weſentlich beitragen ſoll. Die Erfahrung lehrt, daß das Moor alle Pflanzennährſtoffe enthält, beſonders auch Stickſtoff, daß aber Phosphorſäure und Kali in zu geringer Menge darin ſind. Man verwendet daher zunächſt keinen Stalldung, der durch Humusbildung in der Deckſchicht, durch Veränderung der Schwere und der Wärmeleitung derſelben ſogar ſchädlich wirken kann. Durch künſtlichen Dung wird zunächſt die Phosphorſäure erſetzt, und zwar nicht in Form von Superphosphaten, da einerſeits die Abſorptionskraft