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Ackerbau, einschließlich Gerätelehre / von Droysen und Gisevius
Entstehung
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G. Urbarmachung von Acker und Moor. 229

10 m Moorſtand beobachtet ſind, ſo kann das Setzen in ſehr hohem Maße erfolgen. Die Tiefe der Gräben richtet ſich nach der er⸗ forderlichen Entwäſſerungstiefe. Sollen ſie bei geringem Moorſtande in den Untergrund des Moores eingeſchnitten werden, um die Erde für die Deckſchicht zu liefern, ſo erhalten ſie oft große Abmeſſungen. Die gegenſeitige Entfernung der Gräben wechſelt nach deren Tiefe(von 25 45 m). ¹) Das Grabenſyſtem beſteht aus dem Hauptgraben und den Seitengräben. Die letzte Strecke der Seitengräben am Hauptgraben wird mit Röhren(Fig. 173 d) belegt und wieder zugedeckt, ſo daß ein Querbeet entſteht, welches die Beſtellung und den Verkehr ſehr erleichtert. Die Böſchung der Gräben wird zweckmäßig durch Weiden(Mandel⸗ weiden) ausgenutzt, welche gleichzeitig die aufgebrachte Deckſchichterde vor Verwehen in die Gräben ſchützen.

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Fig. 173. Anſchluß der Seitengräben an den Hauptgraben.

b) Die Deckſchicht hat den Zweck, das Moor im Winter durch ihr Gewicht vor dem Auffrieren, im Frühjahr vor Nachtfröſten, im Sommer durch Erſchwerung des Aufſteigens der Feuchtigkeit bis zur Erdoberfläche vor dem Austrocknen und Hartwerden zu ſchützen; auch ſoll das Moor behufs beſſerer Zerſetzung etwas zuſammengedrückt werden; endlich ſoll die Deckſchicht, wenn möglich, noch Nährſtoffe mit⸗ bringen. Das Material ſoll ſchwer, loſe und nährſtoffhaltig und zur Verhütung von Schäden widerſtandsfähig gegen Verwehen durch Wind ſein, ferner auch die Luft zu dem Untergrund durchlaſſen, ſo daß wir am beſten gröberen Sand wählen. Die Anforderung, nicht in den Untergrund zu verſinken, wird freilich von dem bindigen Lehm beſſer

¹) Die Fläche zwiſchen zwei Gräben wird oft als Damm bezeichnet, daher auch der NameDammkultur für Deckkultur.