Druckschrift 
Ackerbau, einschließlich Gerätelehre / von Droysen und Gisevius
Entstehung
Einzelbild herunterladen

228 VI. Meliorationen.

Gefüge des Hochmoors iſt, der faſerigen Beſchaffenheit des Mooſes und der unvollkommenen Zerſetzung gemäß, ein ſehr loſes.

2. Die Niederungsmoore oder Grünlandsmoore entſtehen in Waſſerbecken oder in Überſchwemmungsgebieten aus Anhäufungen abgeſtorbener Pflanzen und Tiere und aus den von Flüſſen und Bächen zugeführten und in dem ruhigen Waſſer niedergeſchlagenen ſchwebenden Teilchen. Der Gehalt an Pflanzennährſtoffen richtet ſich nach der Beſchaffenheit des Waſſers und damit auch nach der der Pflanzen (Mooſe, Waſſerpflanzen und Gräſer) und Tiere ſowie nach der Menge und Güte der zugeführten Erdteilchen; er kann unter Umſtänden ein ſehr hoher ſein. Beſonders verſchieden iſt der Kalkgehalt, der ſelbſt bis zum Übergang in reinen Wieſenkalk ſteigen kann. Der Gehalt an Stickſtoff iſt ein verhältnismäßig hoher, nicht immer ſo der an Phosphorſäure und Kali. Der Gehalt an Humusſäuren iſt während der Bedeckung mit Waſſer ein hoher, doch werden dieſelben nach der Entwäſſerung durch den vorhandenen Kalk und andere Baſen bald neutraliſiert(ab⸗ geſtumpft). Das Gefüge des Niederungsmoores iſt je nach der vor⸗ geſchrittenen Zerſetzung und nach der Menge der zugeführten Erdteilchen ein weniger loſes, als das des Hochmoors(Moorboden Torfboden).

übergänge vom Hochmoor zum Niederungsmoor ſind der Natur der Sache nach in allen Abſtufungen vorhanden, ſo daß eine ſtrenge Scheidung derſelben nicht möglich iſt.

§ 142. Die Deckkultur der Niederungsmoore.

1. Die Deckkultur leitet ihren Namen davon her, daß man das Moor nach der Entwäſſerung mit einer Sanddecke verſieht, welche als Ackerkrume bearbeitet und gedüngt, nicht aber mit dem Moor gemiſcht wird.

2. a) Die Entwäſſerung muß bis zu der Tiefe von 1 m unter der Erdoberfläche für Ackerland und von 40 cm für Wieſe erfolgen. Beſondere Vorſicht erfordert dabei das nach der Entwäſſerung ſtatt⸗ findende Setzen des Moores, welches ſo bedeutend ſein kann, daß man die Entwäſſerungsanlage zur Verhütung einer Verſumpfung immer wieder vertiefen muß. ¹) Da Niederungsmoore mit mehr als

¹) Man rechnet in den erſten hundert Jahren auf ein Setzen in folgender Weiſe:

Senkung Mächtigkeit des Moores bei feſtem Moor bei loſem Moor 1 m 0,25 m 0,35 m. 3 m 0,50 m 0,70 m

5 m 0,75 m 1,00 m.

₰7