226 VI. Meliorationen.
graben aic aus gelangt das Waſſer in den Verteilgraben ef und von dieſem aus in die faſt wagerecht gezogenen Furchen dd. Das etwa nicht einſickernde Waſſer wird durch den Sammelgraben bhk wieder abgeleitet. Durch Regelung des Eintritts aus dem Zuleitungsgraben in den Verteilgraben mit Hilfe der verſchiedenen Einſchnitte, die man durch eingelegte Raſenſtücke ſchließen kann, vermag man ein abteilungsweiſes Wäſſern zu erzielen.
2. Die Vorſchriften für eine vernunftgemäße Wäſſerung müſſen ſtreng eingehalten werden, wenn die guten Gräſer und die Güte und Menge des Heues nicht darunter leiden ſollen.
Man unterſcheidet hierbei nach ihrem Zwecke folgende Arten der Bewäſſerung: a) die düngende, b) die anfeuchtende, c) die froſt⸗ verhütende.
a) Die eigentlich düngende Bewäſſerung fällt in den Herbſt und das Frühjahr, weil dann viel und dungkräftiges Waſſer verfügbar iſt, und weil die nicht im Wachstum ſtehenden Gräſer eine längere Wäſſerung geſtatten. b) Die anfeuchtende Rieſelung findet im Sommer ſtatt, und zwar bei Rieſelanlagen, um das Verſchlämmen des Graſes zu verhüten, mit wenig Waſſer, das Anſtauen bei Stau⸗ wieſen nur nach jedem Schnitt, ſonſt bei beiden Anlagen nur durch Einſtau in die Gräben. c) Im Frühjahr wird in Nächten, in denen Frühjahrsfröſte zu befürchten ſind, leicht gerieſelt oder angeſtaut.
Die Zeitdauer jeder einzelnen Wäſſerung iſt ſorgfältig zu bemeſſen. Um die guten Gräſer durch Abſperren der Luft nicht zu ſchädigen, iſt bei Rieſelwieſen nach einigen Tagen die Rieſelung für kurze Zeit abzuſtellen, bei Stauwieſen das Anſtauen auf die Dauer höchſtens eines Monates zu beſchränken. Jedenfalls iſt das Waſſer ſchleunigſt zu entfernen, ſobald aufſteigender Schaum eine beginnende Fäulnis anzeigt. Nach gründlicher Durchlüftung kann die Wäſſerung wiederholt werden.
Vor Eintritt des Winterfroſtes iſt die Wieſe möglichſt trocken zu machen.
G. Urbarmachung von Acker und Moor.
§ 140. Urbarmachung des Ackers.
Die Urbarmachung des Ackers vollzieht ſich a) durch Ent⸗ fernung von Hinderniſſen des Pflanzenbaues, b) durch„Tonbrennen“ und c) durch Anregung des neu umgebrochenen Bodens zu chemiſcher Tätigkeit.
a) Die Hinderniſſe des Pflanzenbaues beſtehen in Steinen, Baumſtöcken und Heidekraut. Steine werden— erforderlichenfalls


