224 VI. Meliorationen.
durch Wahl ſchmalerer Rücken beliebig vermehren, ohne daß die ur⸗ ſprüngliche Neigung der ganzen Fläche dabei in Betracht kommt. Werden die Rücken bei Anlage der Fläche regelmäßig ausgearbeitet, die ganze Wieſe alſo in gleichmäßige kurze Rücken umgebaut, ſo bezeichnet man dieſes Verfahren als Kunſtrückenban; dämmt man nur die Rieſelrinnen auf den Rückenfirſten auf und ſchneidet die Entwäſſerungsrinnen ein, ohne die Fläche dazwiſchen in gleichmäßiger Neigung auszuarbeiten, überläßt man alſo dieſe Arbeit dem Schlammabſatz der nächſten Jahre (Fig. 169), führt man ferner die Rücken in langen, beliebigen Linien, dem Gelände angeſchmiegt, auf, ſo ſpricht man von natürlichem Rückenbau. Man kann auch bei langen, breiten, natürlichen Rücken auf dem Firſt einen größeren Verteilgraben ausheben und zu deſſen Seite rechts und links erſt die aus ihm zu ſpeiſenden Rieſelrinnen ein⸗ ſchneiden. Der natürliche Rücken- und Hangbau erſpart dem künſtlichen gegenüber ſehr viel Herſtellungskoſten, geſtattet freiere Ver⸗ fügung über die Einzelheiten der Anlage und erleichtert die Einrichtung
Fig. 169. Allmähliche Ausbildung natürlicher Rücken.
von Heuabfuhrwegen. Die nicht ſofort auszuarbeitenden Flächen rieſeln ſich in 4 bis 6 Jahren voll.
c) Die Peterſenſche Bewäſſerungsanlage erſetzt alle Ent⸗ wäſſerungsgräben durch Drainage; die Bewäſſerungsgräben ſind dagegen dieſelben wie bei Hangbau(Fig. 170), nur fehlt der Ver⸗ teilgraben. Die Saugdrains liegen nicht, wie ſonſt bei Drainage, im Hauptgefälle der Fläche, ſondern wagerecht und parallel den Rieſel⸗ rinnen g; die Sammeldrains haben ferner nicht ein geringes, ſondern das Flächengefälle. Je zwei Sauger münden auch einander gegenüber in den Sammler ein(Fig. 170 a), und unterhalb jeder Einmündungs⸗ ſtelle(Fig. 170d) befindet ſich ein Verſchluß(Fig. 170 e), der mit einer Kette(Fig. 170 e, Fig. 171h) geöffnet werden kann. Bei der Wäſſerung werden die Verſchlüſſe geſchloſſen, ſo daß das Waſſer den


