222 VI. Meliorationen.
und Stauſchleuſen auf der Wieſe feſt und entwäſſert dieſe darauf durch reichlich vorhandene Entwäſſerungsgräben, deren Waſſer ein Ableitungsgraben fortführt. Die Vorzüge beſtehen in den ge⸗ ringen Anlagekoſten, ſowie darin, daß die ſchwebenden Teilchen ſich in dem ruhigen Waſſer am reichlichſten niederſchlagen können; Nachteile ſind die geringe Ausnutzung der im Waſſer gelöſten Nährſtoffe, ſowie die Langſamkeit, mit der das Füllen und das Entleeren der Stau⸗ abteilungen erfolgt. Vorbedingung iſt eine ebene Wieſenfläche, da bei dieſer die anderen Wäſſerungsweiſen Schwierigkeiten machen, während bei unebenem Gelände gerade das Stauen zahlreiche Stauabteilungen erfordert. Bei ebenen Flächen werden hohe Deiche und köſtſpielige Schleuſen, zu große erforderliche Waſſermengen und eine zu hohe, die Luft abſperrende Waſſerſäule über der Wieſe vermieden. Beſondere Vorſicht erfordert das Stauen im Sommer bei wachſendem Graſe, inſofern dasſelbe zur Verhütung des Verſchlämmens der Pflan⸗ zen nur in dem„Einſtau in die Gräben“ beſtehen darf.
b) Die Berieſelung entnimmt das Waſſer durch den Zuleitungsgra⸗ ben, aus dem es durch Verteilgräben den Rieſelrinnen zugeführt wird, über deren Kante es breit überſchlägt, um in dünner Schicht über die geneigte Fläche zu rieſeln. Durch die Ent⸗ wäſſerungsrinnen aufgenommen und in den Sammelgräben geſammelt, wird es durch einen Ableitungsgraben entfernt. Die Vorzüge der Berieſelung beruhen darauf, daß die Ausnutzung der im Waſſer gelöſten Nährſtoffe bei dem in dünner Schicht über den Boden rieſelnden Waſſer reichlicher als bei Überſtauung erfolgt, daß ferner ohne Schaden für die wachſenden Gräſer jederzeit wenigſtens ſchwach gerieſelt werden kann. Als Nachteil hat die Koſtſpieligkeit
der Anlagen zu gelten.
Bei den Rieſelanlagen haben wir zwei Arten, den Hangbau und den Rückenbau, zu unterſcheiden. Der Hangbau beläßt die Fläche in ihrer urſprünglichen Neigung(Fig. 167 A B) und ſchneidet nur die Be⸗ und Entwäſſerungsgräben ein. Schmiegen ſich die Rinnen der vorhandenen Geſtaltung des Geländes an und benutzt man die natür⸗
Fig. 166. Staubewäſſerung.
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