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Ackerbau, einschließlich Gerätelehre / von Droysen und Gisevius
Entstehung
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E. Die Entwäſſerung. 215

verfügbare Gefälle in Rechnung zu ziehen, b) die abzuführende Waſſermenge womöglich durch vorhergehende Meſſung des alten Abfluſſes zu beſtimmen, um dann die erforderlichen Abmeſſungen rechneriſch zu finden.

2. Die Stauſchleuſe, die bei der Entwäſſerung von Ackerland in der Regel fehlt, ſoll bei Wieſen die Entwäſſerungsanlage in ihrer Wirkung von dem Willen des Beſitzers abhängig machen. Sie geſtattet eine Hebung des Grundwaſſerſpiegels in trockner Zeit, ſowie nach jedem Schnitte, und ermöglicht die Benutzung der Wieſe auch als Stauwieſe.

3. Die Anlage zur Ausnutzung der Vorflut ſoll die Vorflut gewiſſermaßen in die ganze Fläche zurückverlegen und überall Tiefpunkte ſchaffen, nach denen behufs der Senkung des Grundwaſſers dasſelbe abfließen kann. Sie beſteht aus offenen Gräben oder aus Drainage. Offene Gräben wendet man bei Wieſen an, da ſie weniger Gefälle gebrauchen, da die zur Drainage zu verwendenden Röhren ſich in moorigem Wieſenboden ſchlecht verlegen laſſen, da die Störung des Verkehrs auf der Fläche durch offene Gräben bei Wieſen nicht ins Gewicht fällt und da ihre Herſtellung billiger iſt. Die aus vielen Röhrenleitungen an Stelle der offenen Gräben beſtehende Drainage verwenden wir auf Ackerland, obwohl ſie teuerer als die Herſtellung offener Gräben iſt, weil der Verkehr auf dem Felde durch dieſe zu ſehr geſtört werden würde, weil für die Röhren ſowohl eine ſichere Unterlage, als auch das nötige Gefälle vorhanden zu ſein pflegen, und weil die offenen Gräben dem Ackerbau viel Land entziehen.

§ 136. Das Grabennetz.

1. Die Teile eines Grabennetzes ſind die Hauptgräben, die Zweig⸗ hauptgräben und Nebengräben. Die Hauptgräben(Fig. 158 h) dienen zur Ableitung des von den Nebengräben geſammelten Waſſers; ihre Abmeſſungen werden der Menge desſelben angepaßt. Die Hauptgräben werden mit geringem Gefälle durch die tiefſten Punkte der Fläche ge⸗ führt, um möglichſt viel Gefälle für die Nebengräben übrig zu laſſen. Die Zweighauptgräben 2 ſind Abzweigungen der Hauptgräben und werden wie dieſe angelegt. Sie ſollen entweder das Waſſer der Neben⸗ gräben in ſeitwärts belegenen Ausbuchtungen der Wieſe aufnehmen oder an breiteren Stellen die Nebengräben durchſchneiden, da zu lange Nebengräben, wenn ſie im Sommer verwachſen, die Fläche ſchlecht entwäſſern. Die Nebengräben n dienen zur Anſammlung des Waſſers aus der ganzen Fläche, halten die Oberkrume der Wieſe trocken und verhindern die Entſtehung von Humusſäuren. Sie werden in feſtem Boden 0,5 m, in leicht ſich zuſammenſchiebendem Moore nicht unter 1 m breit(im Waſſerſpiegel) angelegt. Die Nebengräben laufen in ſpitzem Winkel auf die Hauptgräben zu. Man legt die Nebengräben möglichſt