18 I. Die Pflanze.
a) Auf dieſe Weiſe dringt das Bodenwaſſer durch die Wandungen der Wurzelhaare in das Innere der Zellen ein und wandert nun von einer Zelle in die andere durch die ganze Pflanze. Dabei wird eine Kraft entwickelt, welche Wurzeldruck genannt wird und den Saft in die Höhe drückt. Sie iſt haupt⸗ ſächlich Urſache für die Erſcheinung des „Blutens“ oder„Tränens“ abgeſchnittener Bäume oder Sträucher(beſonders ſtark der Rebe) im Frühjahr. Das Aufſteigen des Saftes wird dabei noch lebhaft durch die namentlich in den Blättern ſtarke Verdunſtung des Waſſers unterſtützt, ſo daß er bis in die höchſten Spitzen der Bäume gelangt.
b) Die in dem Bodenwaſſer gelöſten Stoffe gehen gleichfalls durch Diffuſion in die Wurzelfaſern über und nehmen ihren Weg in der Pflanze nach den Orten hin, wo ſie zur Neubildung von Pflanzenſubſtanz verbraucht werden. Wird z. B. in der wachſenden Zelle einer Knoſpe Kali aus ihrem Zellſaft ent⸗ nommen, ſo wird dadurch in dem Zellſaft das Gleichgewicht für Kali im Verhältnis zur Nachbarzelle geſtört, und es diffun— diert aus dem Zellſaft dieſer ſo viel Kali in die erſte nach, bis die Stärke der
2— Löſung in beiden wieder gleich geworden BRin 21. Euböenſumeten. iſt. Dieſe Störung des Gleichgewichts Das Endosmometer zeigt den 3 Vorgang der Diosmoſe ſehr deutlic, und der dadurch angeregte Ausgleich ſetzt däinrigs nntede den dan nſee ſich durch alle Zellen abwärts bis in die mit Tierblaſe verbundene innere Ge⸗ Wurzel fort, wodurch nun auch die Neu⸗ fäß f, in dem ſich eine Kupfervitriol? aufnahme von Kali aus der Bodenflüſſig⸗
löſung befindet, eindringt. Dadurch, 5 5 wird der Inhalt in der Zelle f ver⸗ keit angeregt wird.
mehrt und die Flüſſigeit ſteigt daher 0) Die Aufnahme der im Bo⸗ in der Röhre r aufwärts.„ 2
denwaſſer allein nicht löslichen
Stoffe geſchieht ebenfalls durch Diffuſion, jedoch nachdem die Pflanze durch eigene Tätigkeit die Löſung jener Stoffe befördert hat. Der Pflanzenſaft iſt ſauer und die Wurzeln ſcheiden Kohlenſäure und wahrſcheinlich noch eine andere Säure aus, die löſend auf die Bodenteilchen wirken. Den Beweis dafür liefert uns eine polierte Marmorplatte, über welcher man eine Pflanze hat wachſen


