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Der praktische Kleegrasbau : kurz und bündig gefaßte, auf Erfahrung begründete Anleitung zum Kunstfutterbau / von A. Nowacki
Entstehung
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C. Die Düngung der Natur⸗ und Kunſtwieſen. 157

Als Zuſatz zur Gülle, ſofern man zugleich die Bindung des Ammoniaks bezweckt, kann man aber nicht jeden beliebigen Phosphorſäuredünger benutzen. Thomasmehl, Phosphoritmehl und Knochenmehl paſſen für dieſen Zweck nicht. Es ſind viel⸗ mehr nur ſolche Düngemittel zu brauchen, die die Phosphor⸗ ſäure a) in waſſerlöslicher⸗trockener oder b) in waſſer⸗ löslicher⸗flüſſiger Form enthalten. a) In trockener Form ſteht uns die lösliche Phosphorſäure zur Verfügung in den Superphosphaten; b) in flüſſiger Form ſteht ſie uns zur Verfügung in den Phosphorſäurelöſungen oder in der ſo⸗ genannten flüſſigen Phosphorſäure.

In jedem Fall müſſen wir wiſſen, wieviel lösliche Phos⸗ phorſäure der Kunſtdünger enthält, um nach dem Gehalt die Menge berechnen zu können, die wir der Gülle zuzuſetzen haben.

Für dieſe Berechnung können wir die von A. Grete er⸗ mittelten Zahlen benutzen, nach denen 1 hl Kuhgülle(nach ſchweizeriſcher Art bereitet) auf 190 g Geſamtſtickſtoff etwa 132 g Stickſtoff in Form von Ammoniak aufweiſt. Da ſich je 82,39 g Stickſtoff mit 17,61 g Waſſerſtoff zu 100 g Ammoniak verbinden, ſo ſind in 1 hl Gülle enthalten an Ammoniak etwa 160 g.

Die Frage iſt alſo die: Wieviel lösliche Phosphorſäure müſſen wir der Gülle zuſetzen, um vorſtehende 160 g Ammoniak vor der Verflüchtigung zu ſchützen?

Antwort. Auf je 1 hl Gülle müſſen wir zuſetzen 334 g lösliche Phosphorſäure. Und zwar ergeben ſich dieſe 334 g Phosphorſäure, wenn wir verwenden z. B:

a) von einem Superphosphat mit 10% lösl. Phosphorſäure 3340 g ) 20 9 1670 c). 42,6. 784 d) flüſſiger Phosphorſäure 20 1670 (Dieſe 1670 g ſind reichlich= 1300 cm*= 1,3 Liter.)

Durch dieſe Zuſätze erreichen wir zweierlei:

1. wird das flüchtige Ammoniak der Gülle gebunden; 2. wird die Gülle an Phosphorſäure ergänzt und bereichert.

Wir haben weiter oben ſchon gezeigt, daß die Kuhgülle im Hektoliter nur 54 g Phosphorſäure enthält. Durch die vor⸗ ſtehenden Zuſätze bringen wir den Gehalt der Gülle an Phos⸗ phorſäure auf 54+ 334= 388 g.

Verwenden wir pro Hektar beiſpielsweiſe 1000 hl Gülle, ſo berechnen ſich hiernach 388 kg Phosphorſäure; verwenden