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Der praktische Kleegrasbau : kurz und bündig gefaßte, auf Erfahrung begründete Anleitung zum Kunstfutterbau / von A. Nowacki
Entstehung
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156 Die praktiſche Ausführung und Behandlung der Kleegrasſaat.

c) Knochenmehl. Ein dritter Phosphorſäure⸗Dünger iſt das Knochenmehl. Es iſt dem Landwirt aber nicht anzu⸗ raten, zur Raſendüngung der Wieſen Knochendünger zu kaufen, weil die Phosphorſäure, unter Berückſichtigung ihrer lang⸗ ſamen Wirkung, zu teuer zu ſtehen kommt. Dies iſt um ſo mehr der Fall, weil der Stickſtoff, der den Knochendünger ver⸗ teuert, in Güllewirtſchaften entbehrt werden kann. Selbſt ge⸗ ſammelte, auf der eigenen Knochenſtampfe zerkleinerte und mit Jauche fermentierte, d. h. mürbe gefaulte Knochen, mag man immerhin auf die Wieſe ſtreuen, wenn man nicht Acker⸗, Garten⸗ oder Rebland genug hat, um dieſen koſtbaren, langſam, aber ſehr nachhaltig wirkenden Dünger unterzubringen. S. 145 iſt ein anderer einfacher und beſonders für kleine Wirtſchaften paſſender Weg angegeben, die Knochen des eigenen Haushalts als Streudünger auf den Wieſen zu verwerten; man ſteckt ſie unter den Kochherd und verwandelt ſie in Aſche, dann iſt der Streudünger fertig. Wenn auch der Stickſtoff der Knochen dabei zum Kamin hinausgeht, ſo können wir dieſen Verluſt verſchmerzen. Denn wir haben Arbeit und Koſten für das Zerkleinern der Knochen geſpart, wir haben die Heizkraft der Knochen genutzt, und Stick⸗ ſtoff haben wir ohnehin in der Gülle genug. Die Phosphor⸗ ſäure der Knochen geht uns nicht verloren; wir haben ſie entleimt, entfettet und ſtaubfein gemahlen in der Aſche.

d) Flüſſige Phosphorſäure. Streut man die Phos⸗ phorſäure in trockner Form als Superphosphat, Thomasmehl, Knochenaſche aus dem Sack unmittelbar auf die Wieſe, ſo weiß man, wo ſie bleibt und wo ſie hinkommt. Mit anderen Worten, es wird haushälteriſch mit dem Phosphorſäuredünger umgegangen, es läßt ſich berechnen, wieviel pro Hektar erforderlich, und es iſt auch möglich, die berechnete Menge gleichmäßig auf die Wieſenfläche zu verteilen. Dieſe praktiſchen Gründe ſprechen ſehr für die Verwendung der Phosphorſäure in trockener Form.

Auf der andern Seite hat es aber auch wieder ſeine Vor⸗ teile, den Phosphorſäure⸗Dünger in den Gülletrog zu ſchütten und mit der Gülle zugleich, alſo in flüſſiger Form auf die Wieſen zu bringen.

Hierbei wird die Arbeit für das Ausſtreuen des Kunſt⸗ düngers vermieden, und außerdem wird der Betrag für die Schwefelſäure erſpart, die man der Gülle zur Bindung des flüchtigen Ammoniaks zuzuſetzen pflegt.