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Der praktische Kleegrasbau : kurz und bündig gefaßte, auf Erfahrung begründete Anleitung zum Kunstfutterbau / von A. Nowacki
Entstehung
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150 Die praktiſche Ausführung und Behandlung der Kleegrasſaat.

um ſo nachteiliger wird eine Düngung mit mehr als 600 hl pro Hektar, und um ſo notwendiger wird ein Zuſchuß von Phosphorſäure, der lieber etwas zu hoch, als zu knapp zu berechnen iſt.

4. Stockmiſt und Stallmiſt. Stallmiſt und Stock⸗ miſt iſt nicht einerlei. Der Stockmiſt enthält als Nebenprodukt der Güllebereitung nur einen ſehr kleinen Teil der flüſſigen, da⸗ gegen einen großen Teil der feſten Exkremente, während dem gewöhnlichen Stallmiſt ſämtliche feſten und flüſſigen Exkremente einverleibt werden. Außerdem enthält der Stallmiſt erheblich mehr Streumaterial als der Stockmiſt. Deshalb iſt der Stockmiſt konzentrierter, erheblich reicher an Phosphorſäure, aber viel ärmer an Kali und an Stickſtoff.

Der eine wie der andere kann im Zuſtand mittlerer Zer⸗ ſetzung zur Düngung der Wieſen verwendet werden; er gelangt hier aber nicht ſo vollkommen zur Ausnutzung wie auf dem Acker⸗, Garten⸗ und Reblande, wo er nach Kühns Grundſatz: Aus dem Stall aufs Feld und in den Boden! nicht nur den Nährſtoffvorrat vermehrt, ſondern namentlich auch die natür⸗ liche oder phyſikaliſche Beſchaffenheit des Bodens verbeſſert. In dieſer Beziehung wirkt er jedoch auf den Wieſen inſofern wohl⸗ tätig, als er, vor Winter gleichmäßig ausgebreitet, den Pflanzen einigen Schutz gegen den Froſt gewährt, und er wirkt hier als Decke auch inſofern günſtig, als er vor und nach ſeiner Umwandlung in Humus den Boden feucht und locker erhält.

Eine Tatſache verdient noch beſonders hervorgehoben zu werden, nämlich die, daß zugleich mit dem Miſt eine unglaub⸗ liche Menge keimfähiger Rot⸗ oder Mattenkleeſamen auf die Wieſen zurückkehrt. Am 4. Mai 1891 konnte ich dies genauer konſtatieren. Ich nahm nämlich von einer Wieſe am Zürichberg, die vor Winter mit Stockmiſt gedüngt worden war, einen Miſt⸗ brocken mit, um ihn zu Hauſe genauer zu unterſuchen. Er war 10,5 cm lang, 9 em breit und 34 em dick. Bei dieſer geringen Größe habe ich auf ihm nicht weniger als 88 kleine Rotkleepflänzchen gezählt und im Innern des Brockens fanden ſich außerdem noch 51 gekeimte Samen derſelben Art. Auch einige Weißkleeſamen waren vorhanden, dieſe hatten aber noch nicht gekeimt. Ferner zeigte der Brocken 8 gekeimte Unkraut⸗ pflänzchen. Der Stockmiſt erfüllt alſo auf den ſchweize⸗ riſchen Matten noch mehr, als die Gülle, den Zweck