C. Die Düngung der Natur⸗ und Kunſtwieſen. 151
der Neubeſamung und der Verjüngung, und die auffallend große Menge von Rotklee, die viele der hieſigen Naturwieſen ſo wertvoll macht, iſt auf die Überdeckung des Raſens mit Stockmiſt zurückzuführen.
Das Wieviel betreffend, ſo wurden auf dem Verſuchsfeld aufgefahren 22 500— 26 000 kg pro Hektar; ladet man auf ein Fuder 1000 kg, ſo ergeben ſich 23— 26 Fuder Stockmiſt pro Hektar.
Die künſtlichen Düngemittel.
Was die künſtlichen oder käuflichen Düngemittel betrifft, ſo wollen wir hier nur einige von denen berückſichtigen, die Stickſtoff, Phosphorſäure und Kali enthalten.
1. Stickſtoffdünger.— Bei ausreichender Düngung mit Gülle wäre es verkehrt, noch einen ſtickſtoffreichen Kunſtdünger zuzukaufen. Dieſer kommt nur dort in Betracht, wo die Gülle gar nicht oder doch nicht in genügender Menge zugeführt werden kann. Alſo z. B. auf weit abgelegenen oder ſchwer zugänglichen Grundſtücken mit einem Boden, der weder torfig oder moorig, noch ſonſt humusreich iſt.
Alte, bisher nie gedüngte Naturwieſen eignen ſich zu ver⸗ gleichenden Verſuchen nicht, weil dort die ſtickſtoffbindenden Bodenbakterien die Muttererde in dem Grade an Stickſtoff be⸗ reichert haben, daß der künſtlich zugeführte Sti ckſtoffdünger nicht zur Wirkung kommt. Aus dieſem einfachen Grunde iſt eine große Zahl von Verſuchen von vorneherein als verfehlt und nicht maßgebend zu bezeichnen.
Iſt das Land zu Verſuchszwecken geeignet, ſo kauft man den Stickſtoff am beſten in Form von Chileſalpeter, der im unverfälſchten Zuſtande 15 ½% Stickſtoff enthält. Mit Chileſalpeter allein kann man die Wieſen nicht düngen, weil es ihm gänzlich an Phosphorſäure und Kali fehlt. Unter der Vor⸗ ausſetzung, daß für dieſe Pflanzennährſtoffe anderweitig geſorgt wird, kann man, je nach der Armut des Bodens, 200— 400 kg Chileſalpeter pro Hektar verwenden.
Mit 100 kg Chileſalpeter werden zugeführt 15,5 kg Stickſtoff.
3
„ 200„„ 2 1„ 8 1 300 2 82 2 46,5„ r 400„„„„ 62 0„„
500„„ 7 77 ,5 2 1


