Druckschrift 
Der praktische Kleegrasbau : kurz und bündig gefaßte, auf Erfahrung begründete Anleitung zum Kunstfutterbau / von A. Nowacki
Entstehung
Einzelbild herunterladen

C. Die Düngung der Natur⸗ und Kunſtwieſen. 149

Der Überſchuß an Kali von 430 256= 174 kg hat ſeine ſchwerwiegenden Nachteile. Er begünſtigt die kali⸗ liebenden Doldengewächſe: Wald⸗ und Wieſenkerbel, wilde Möhre, Bärenklaue u. a. Einfache Mittel zur Abhilfe ſind:

1. Kräftiges Abweiden im Frühjahr, um die hervor⸗ treibenden Blütenköpfe zu vernichten. Der Biß der Tiere wirkt ſicherer, als der Druck der Walze, der nur die Blüten⸗ köpfe zerſtört, die er trifft. Walzt man jeden Strich hinunter und hinauf, dann leiſtet auch die Walze guten Dienſt.

2. Rechtzeitiger Beginn des Heu⸗ und Endſchnitts, um die Samenbildung zu verhindern.

3. Beſeitigung des Überſchuſſes an Kali in der Düngung. Verwenden wir ſtatt 1000 hl pro Hektar nur

Kali Stickſtoff Phosphorſäure

600 hl Kuhgülle mit.... 258 114 32, dann ſtimmt die Rechnung beim Kali, bei der Phosphor⸗ ſäure ſtimmt ſie nicht; an den erforderlichen 53 kg fehlen 21 kg. Um ſie zu decken, genügt es, wenn wir im Frühjahr pro Hektar 200 kg Superphosphat mit 12% löslicher Phos⸗ phorſäure auf die Wieſe ſtreuen. Denn 2 5 12= 24, alſo 3 kg mehr, als die erforderlichen 21 kg.

Beim Stickſtoff iſt kein Manko. Denn die Differenz von 178 114= 64 kg wird gedeckt durch den Stickſtoff, den der Klee als Stickſtoffſammler aus dem freien Stickſtoff bezieht. Um den freien Stickſtoff mit auszunutzen, darf man es nicht ſo weit treiben, daß man den Stickſtoff bei der Düngung gänzlich ausſchließt, das iſt nur auf den ſtickſtoffreichen Moor⸗ oder Humusböden zuläſſig, wohl aber empfiehlt es ſich, auf den humusarmen Mineralböden die Düngung ſo einzurichten, daß nicht die Phosphorſäure im relativen Minimum bleibt, ſondern der Stickſtoff.

Wir erreichen alſo mit 600 hl Gülle und 200 kg 12% igem Superphosphat den wirtſchaftlichen Zweck viel beſſer, als mit 1000 hl Kuhgülle allein, wobei wir zu unſerm Nachteil 400 hl mehr hinauszufahren haben.

Auf Naturwieſen bleibt der Ertrag an Heu und Emd zurück hinter den oben angenommenen 10 000 kg und die Ernte enthält pro Hektar weniger Kali, als die berechneten 256 kg. Um ſo größer wird der Überſchuß an Kali in der Gülle,