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Der praktische Kleegrasbau : kurz und bündig gefaßte, auf Erfahrung begründete Anleitung zum Kunstfutterbau / von A. Nowacki
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C. Die Düngung der Natur⸗ und Kunſtwieſen. 147

den Kleepflanzen gar nichts nützt, wo wir wiſſen, daß die Gräſer, namentlich aber die Kleearten ohne reich⸗ liche Verſorgung mit Phosphorſäure nicht gedeihen können, heutzutage iſt es geradezu unverantwortlich, die Bei⸗ düngung mit Phosphorſäure zu vernachläſſigen. Wer nach dem alten Schlendrian mit dem Güllefaß weiterfuhrwerkt, darf ſich nicht wundern und ſich nicht beklagen, daß die Kleearten verſchwinden und von den Doldengewächſen und anderen Un⸗ kräutern überwuchert werden. Die Kleearten bedürfen außer der Phosphorſäure zu ihrer Ernährung notwendig auch das Kali, das die Gräſer ebenſo wenig entbehren können. Wenn aber ausreichend mit Gülle gedüngt wird, dann iſt ein Zuſchuß von Kali nicht erforderlich, weil die Gülle ohnehin ſchon Kali im Überſchuß enthält.

Kommen wir demnach zu dem Schluß: Gülle und Phosphorſäure, ſo fragt ſich jetzt nur noch: Wieviel von jedem?

Das Wieviel von Gülle, das in den Wirtſchaften des ſchweizeriſchen Flachlandes zur Verwendung kommt, wechſelt zwiſchen ziemlich weiten Grenzen. Auf dem Verſuchsfelde der techniſchen Hochſchule, wo ſowohl der flüſſige wie der feſte Dünger gemeſſen oder gewogen wird, betrug das in 11 Jahren wirklich aufgebrachte Maß an Gülle in runden Zahlen pro Jahr und Hektar: 300, 400, 450, 500, 500, 500, 700, 800, 900, 1000, 1200 hl, woraus ſich im Mittel 660 hl berechnen. Dabei wurde in jedem Jahr nur einmal gegüllt. Viele Wieſen in der Schweiz werden aber im Jahre zwei⸗ oder dreimal mit Gülle beſchüttet, ſo daß der Durchſchnitt mit 900 hl pro Jahr und Hektar wohl nicht zu hoch angenommen ſein wird.¹) Ich möchte

¹) Heir Blattmann in Neugut bei Wädenswil am Zürichſee ver⸗ wendet 1700 hl Gülle(Kuhgülle und Abtrittgülle) pro Jahr und Hektar. Dieſes hohe Maß iſt aber auf den Zukauf von Abtrittgülle zurückzuführen. Herr Schmid in Gautikon hat 6 Güllebehälter à 350 hl auf 23 ha Gras⸗ land. Bequem und arbeitiparend iſt es, wenn man die Gülle von dem höher gelegenen Viehſtall mit einem hölzernen Rohr nach den tiefer ge⸗ legenen Wieſen leiten kann, wo der bräunliche Saft im hölzernen Kaſten auſgefangen und per Achſe auf den Wieſen verteilt wird. Viel vollkommener iſt die Einrichtung bei William Dickinſon in Schottland, der den flüſſigen Dünger durch eiſerne Röhren auf die Wieſen leitet und durch Hydianten und Schläuche verteilt. Die ganze Arbeit beſorgt hier der hydroſtatiſche Druck.

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