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Der praktische Kleegrasbau : kurz und bündig gefaßte, auf Erfahrung begründete Anleitung zum Kunstfutterbau / von A. Nowacki
Entstehung
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146 Die praktiſche Ausführung und Behandlung der Kleegrasſaat.

3. Gülle. Die Gllle iſt ein flüſſiger Dünger, der in Schottland und England, in Holland und in der Schweiz all⸗ gemein zur Düngung benutzt wird. In unſerm Vichzucht treibenden Lande iſt ſie der Hauptdünger, und es iſt als erwieſen zu betrachten, daß ſie auf die Wieſenpflanzen eine vorzügliche Wirkung ausübt.

Um allgemein verſtanden zu werden, bemerke ich, daß die Gülle ein flüſſiger Dünger iſt, der aus ½ Waſſer und ½ feſten und flüſſigen Rindvichexkrementen bereitet, im Sommer nach 20 tägiger, im Winter nach 50 tägiger Gärung, hauptſächlich auf Natur⸗ und Kunſtwieſen zur Verwendung kommt. Man legt mit Recht beſonderen Wert darauf, daß die Gülle durch Ver⸗ gärungreif geworden iſt, denn im Zuſtand der Reife enthält ſie die Pflanzennährſtoffe in löslicher, leicht aufnehmbarer, direkt aſſimilierbarer Form.

Aber die Kuhgülle leidet an dem Mangel, daß ſie die wichtigeren Pflanzennährſtoffe: Stickſtoff, Phosphorſäure und Kali nicht im richtigen Verhältnis enthält.

Nach den Unterſuchungen von A. Grete ſtellte ſich dieſes Verhältnis wie folgt:

1 hl Kuhgülle enthielt:

Kaſi.. rund 430 g Siietſuff..... 190 hosphorſäure... 4 54 Phosp

Wir ſehen aus dieſen Zahlen, die ſich jeder Landwirt an die Stubentür ſchreiben ſollte, daß die Gülle das Kali in ſehr reichlicher Menge, und daß ſie auch den Stickſtoff in reichlicher Menge enthält, daß dagegen die Phosphorſäure in viel zu geringer Menge vertreten iſt.

Es folgt hieraus mit eiſerner Notwendigkeit, daß wir die Gülle durch Zukauf und Zuſchuß von Phos⸗ phorſäure ergänzen müſſen. Ob wir dies in der Weiſe tun, daß wir die Phosphorſäure in flüſſiger Form in den Gülle⸗ trog ſchütten, oder in trockner Form aus dem Sack unmittelbar auf die Wieſe ſtreuen, iſt nebenſächlich. Die Hauptſache iſt, daß wir jedenfalls und unbedingt Phosphorſäure zukaufen Mit gewöhnlicher Gülle allein zu wirtſchaften, iſt für jeden einſichts⸗ vollen Landwirt ein überwundener, der Vergangenheit ange⸗ hörender Standpunkt. Heutzutage, wo wir wiſſen, daß der Stickſtoff der Gülle zwar den Gräſern ſehr viel, aber