C. Die Düngung der Natur⸗ und Kunſtwieſen. 145
Die Düngemittel.
Schließlich haben wir noch die in Betracht kommenden Düngemittel kurz zu beſprechen. Zu den natürlichen Dünge⸗ mitteln gehören: Kompoſt, Aſche, Gülle, Stock⸗ und Stallmiſt.
1. Kompoſt.— Der beſte Wieſendünger iſt wohlbereiteter Kompoſt. Er muß aber nicht bloß gewöhnliche Erde enthalten, ſondern auch ein genügendes Quantum von eigentlichen Dung⸗ ſtoffen. Auf eine 30 cm hohe Unterlage von guter Erde bringt man die in handlichen Gefäßen geſammelten Abtrittsſtoffe; die aus den Ställen oder aus der Düngerſtätte in die betonierte Grube abfließende Jauche; die auf dem Hofe und auf den Straßen geſammelten Pferdeäpfel; die Abfälle von Fleiſch und Gemüſe aus der Küche; das im Garten und auf dem Felde ausgejätete Unkraut uſw., bedeckt und durchſchichtet alles mit Erde, und arbeitet den Haufen ein- oder zweimal um, bis alles zu Humus geworden. Ein ſolcher Mengedünger, recht gleich⸗ mäßig über die Wieſe geſtreut, regt die Gräſer zur Beſtockung an, führt zur Verdichtung des Raſens und kräftigt den ganzen Pflanzenbeſtand.— Auf dem Verſuchsfeld wurden 72 Fuder Kompoſt pro Hektar aufgefahren. 1 Fuder zu ½ Kubikmeter ge⸗ rechnet, macht 36 Kubikmeter. Gehaltvoller Kompoſt wird direkt vom Wagen mit der Hohlſchaufel auf die Wieſe geſtreut. In größeren Wirtſchaften verwendet man die Düngerſtreumaſchine.
2. Aſche. Die Holzaſche iſt ſo wertvoll, daß man ſie nicht auf den Kompoſthaufen bringt, ſondern in bedeckten Gruben anſammelt. Mit ihr vereinigt man die Knochenaſche, die man beim Verbrennen der Knochen in dem Küchenherd gewinnt. Der Stickſtoff des Leims geht dabei zum Schornſtein hinaus, aber die wertvolle Phosphorſäure kommt auf die Wieſe, wo ſie mit dem Kali der Holzaſche beſonders das Wachstum des Klees befördert. Die Knochenaſche enthält 35% Phosphorſäure. Die Nadelholzaſche 2,5% Phosphorſäure und 6% Kali. Eine Aſche von Buchenſcheitholz enthielt nach der von mir veranlaßten Analyſe 2,2% Phosphorſäure und 9,8% Kali. Die Torfaſche iſt viel weniger wertvoll. Größere Quantitäten bringt man auf den Kompoſthaufen, kleinere Mengen fügt man der Holzaſche bei. Roher, gemahlener Gips iſt nichts anderes, als waſſer⸗ haltiger, ſchwefelſaurer Kalk. Man vermengt ihn gleichwohl mit der Holzaſche; er wirkt wunderbar auf den Klee.
Nowacli, Kleegrasbau. 5. Auflage. 10


