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Der praktische Kleegrasbau : kurz und bündig gefaßte, auf Erfahrung begründete Anleitung zum Kunstfutterbau / von A. Nowacki
Entstehung
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140 Die praktiſche Ausführung und Behandlung der Kleegrasſaat.

Auf den Chileſalpeterparzellen wurden weitaus die wenigſten Bakterien aus der Gruppe von Bacillus amylobakter gefunden. Daraus erhellt, daß der Chileſalpeter dieſe Bakterien in ihrer Entwicklung hemmt und hindert, ſie im Kampf ums Daſein aus dem Felde ſchlägt. Dasſelbe läßt ſich, obwohl in geringerem Grade, auch für die Gülle geltend machen. Denn auf den Schutzſtreifen wurden zwar mehr von dieſen Bakterien gefunden, als auf den Chileſalpeterparzellen I und III, aber doch erheblich weniger, als auf den Parzellen II und IV.

Die Praxis der Emmentaler Bauern beſtätigt das. Seit Jahrzehnten finden wir im Emmental das Syſtem der Kunſt⸗ wechſelwieſen. Durch den von Zeit zu Zeit wiederkehrenden Umbruch werden zugleich mit dem Ungeziefer und dem Unkraut namentlich auch die Bacillus amylobakter⸗Bakterien vernichtet, denn Beackerung iſt Durchlüftung, und die Luft iſt für dieſe angeroben Bakterien der Tod. Um ſo freudiger gedeihen nun die Feldfrüchte und nach einer Reihe von Jahren wieder die Wieſenpflanzen. So folgt Beackerung auf Beraſung und Be⸗ raſung auf Beackerung in ewigem Wechſel, und bei dieſem Syſtem des Ackerbaus erlangte der Emmentaler Käſe ſeinen Weltruf.

Auch die luftholden Azotobakter⸗Bakterien leiſten nichts Er⸗ hebliches, denn in den erſten beiden Jahren meines Verſuchs, als der Boden doch locker und luftig war, lieferte der Chile⸗ ſalpeter an Heu und Emd einen Mehrertrag von 3484,5 und 3195,0 kg, woraus ſich ein durchſchnittlicher Mehrertrag von rund 3340 kg pro Jahr und Hektar berechnet.

So bleibt der Ausſpruch Columellas noch heute wahr: Es ſteht in unſrer Macht, höhere Erträge zu erzielen, wenn wir die Erde durch wiederholte, rechtzeitige und mäßige Düngung erfriſchen.

Schlußſätze.

Die Frage, die uns bei den mitgeteilten Verſuchen un⸗ ausgeſetzt beſchäftigte, war die: Sollen wir die Wieſen mit Stickſtoff düngen, oder ſollen wir den Stickſtoff grund ſätzlich ausſchließen, um die Wieſendüngung auf die Zufuhr von Phosphorſäure und Kali zu beſchränken? Blicken wir wie von hoher Warte über die Verſuchsfelder am Zürichberg hinaus in die Welt, ſo ergeben ſich folgende Schlußſätze.