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Der praktische Kleegrasbau : kurz und bündig gefaßte, auf Erfahrung begründete Anleitung zum Kunstfutterbau / von A. Nowacki
Entstehung
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C. Die Düngung der Natur⸗ und Kunſtwieſen. 139

In der Tat wurde bei unſerm Verſuch auf den Chileſalpeter⸗ parzellen das Mehr aus den erſten 3 Jahren durch das Weniger in den letzten 3 Jahren aufgewogen.

Jene luftſcheuen Bakterien und der Chileſalpeter ſind daher in ihrer Wirkung auf den quantitativen Ertrag als gleich⸗ wertig zu betrachten, aber nur bei wenigſtens ſechsjähriger Nutzung, auf dem ſchweren Lehmboden, wie er auf dem Verſuchsfelde vorlag. Wäre die Nutzung auf 3 Jahre beſchränkt worden, dann hätten die Chileſalpeterparzellen I und III mit einem durchſchnitt⸗ lichen Mehrertrag von 3484,5+ 3195,0+ 1159,5= 7839 kg an Heu und Emd pro Hektar nicht allein die Auslage für den Chileſalpeter gedeckt, ſondern darüber hinaus noch einen erheb⸗ lichen Überſchuß gebracht.

Was die Qualität des Futters betrifft, ſo bin ich der Anſicht, daß der durch die luftſcheuen Bakterien gelieferte Stick⸗ ſtoff die Beſchaffenheit und Güte des Futters nicht ungünſtig beeinflußte. Denn wenn er auf dem angedeuteten Wege als ſalpeterſaures Salz in die Pflanzen überging, dann war er dem Stickſtoff des Chileſalpeters auch in qualitativer Beziehung gleichwertig.

Zur Beurteilung der Futterqualität dient im beſondern folgende Beobachtung. Die Schwyzer⸗ und Berner⸗Kühe auf dem Strickhof verweigerten das von den Verſuchsparzellen ſtammende Heu, während ihnen das auf den Schutzſtreifen ge⸗ wachſene, mit ſtickſtoffreicher Gülle gedüngte Futter im grünen und im geheuten Zuſtande vortrefflich mundete. Auf einen un⸗ günſtigen Einfluß der betreffenden Bakterien auf die Qualität des Futters läßt das Verhalten der Tiere nicht ſchließen, denn auf den Schutzſtreifen wurden dieſelben Bakterien ebenfalls ge⸗ funden. Leicht aber erklärt ſich das Verhalten der Tiere aus der Verſchiedenheit des Pflanzenbeſtandes. Die Kühe zogen das mit Gülle gedüngte Futter deshalb vor, weil es wegen des früheren Schnittes jünger, zarter und proteinreicher war, und weil es mit ſeiner Beimengung von würzigen Kräutern: Bären⸗ klaue, Löwenzahn und Weißkllee die feinentwickelten Geruchs⸗ und Geſchmacksnerven der hochgezüchteten Schweizerkühe beſſer reizte und letzte, als der mehr einſeitige Grasbeſtand der Ver⸗ ſuchsparzellen, in dem das grobe franzöſiſche Raigras und das rauhe Knaulgras in den Vordergrund traten.