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Der praktische Kleegrasbau : kurz und bündig gefaßte, auf Erfahrung begründete Anleitung zum Kunstfutterbau / von A. Nowacki
Entstehung
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136 Die praktiſche Ausführung und Behandlung der Kleegrasſaat.

ohne die Kleepflanzen in die Wirtſchaft kommt, wenn wir ihn nicht zur Düngung unſerer Natur⸗ und Kunſtwieſen verwenden könnten? Dabei verſtehe ich unter einer Kunſtwieſe eine Klee⸗ grasanlage mit genügender Grasbeimengung, denn auf einem reinen Klee⸗ oder Luzernefelde hat die Stickſtoff⸗ düngung allerdings keinen Zweck, und ſo ergibt ſich auch hier wieder, daß die Miſchſaat vor der Reinſaat den Vorzug verdient.

Ein Teil des Stickſtoffs geht zwar in Geſtalt von Milch oder Käſe, oder in lebenden Häuptern aus dem Lande, oder wenigſtens aus der Wirtſchaft fort. Ein anderer großer Teil aber gelangt in den Dünger, und da wir in der Schweiz vieler⸗ orts nicht ſoviel Acker⸗, Garten⸗ oder Rebland haben, um ihn unterzubringen, ſo müſſen wir den Stickſtoff auf die Natur⸗ und Kunſtwieſen zurückführen, von wo er ſtammt. Halten wir ihn ſorgfältig zuſammen und laſſen wir nichts von ihm ver⸗ loren gehen, dann brauchen wir allerdings in vielen Wirtſchaften, beſonders wenn wir ſtickſtoffhaltiges Kraftfutter einführen, keinen Stickſtoff zur Düngung zuzukaufen; aber die ſtickſtoffſammelnden Pflanzen können wir ebenſowenig entbehren, wie der Ackerbauer, der eine ſogenannteviehloſe Wirtſchaft betreibt. Denn wir bedürfen zur Ernährung unſeres Viehes ein ſtickſtoffreiches, mit einem richtigen Nährſtoffverhältnis ausgeſtattetes Futter, und dieſes können wir uns auf keinem anderen Wege billiger und beſſer verſchaffen, als durch den Anbau von Klee⸗ arten und Gräſern auf richtig gedüngten Natur⸗ und Kunſtwieſen. Den Anforderungen, die wir an ein gutes Futter ſtellen, entſpricht namentlich das künſtlich und kunſt⸗ gerecht hergeſtellte Kleegrasgemenge, das zugleich eine Ver⸗ wendung und Ausnutzung ſtickſtoffreichen Düngers durch die Gräſer und ein Sammeln von Stickſtoff durch die Kleearten geſtattet. Für die Naturwieſen gilt beides eben⸗ falls, wenn wir durch phosphorreiche und kalireiche Düngung dafür ſorgen, daß die Kleearten in dem Beſtande in genügendem Verhältnis vertreten ſind.

In der Wieſendüngung, die man in anderen Ländern gar nicht kennt oder wenigſtens nicht mit Nachdruck betreibt, liegt der Schwerpunkt unſerer ganzen Landvirtſchaft. Was für Düngermengen wir auf den Wieſen verwenden, davon hat man anderwärts ebenſowenig einen Begriff, wie von den