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Der praktische Kleegrasbau : kurz und bündig gefaßte, auf Erfahrung begründete Anleitung zum Kunstfutterbau / von A. Nowacki
Entstehung
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C. Die Düngung der Natur⸗ und Kunſtwieſen. 135

berechnet), macht 113,40 Fr. Es ergibt ſich alſo, daß die Aus⸗ lage für den teueren Chileſalpeter im Durchſchnitt der 6 Jahre nicht ganz gedeckt wurde. Es bleibt ein Defizit von 21,50 Fr. pro Jahr und Hektar. Dieſes Deſizit verſchwindet, wenn wir ſtatt 63 kg nur 50 kg Stickſtoff annehmen. Zu dieſer Annahme ſind wir be⸗ rechtigt, weil die Stickſtoffparzellen ſich lagerten. 63 kg Stick⸗ ſtoff= 406 kg Chileſalpeter waren offenbar zuviel; es ging ein beträchtlicher Teil des Stickſtoffs unausgenutzt verloren. 50 kg Stickſtoff= 322 kg Chileſalpeter ſind ſchon eine kräftige Düngung. Hiernach ſtellt ſich die Rechnung ſo: Einnahme für 1531,9 kg Mehrertrag.... 91,90 Fr. Ausgabe für 50 kg Stickſtoff à 1,80 Fr.... 90,00 Bleibt ein Überſchuß pro Jahr und Hektar von 1,90 Fr.

Hier ſehen wir, daß die Ausgabe für den Stickſtoff des Chileſalpeters gedeckt wird, daß ſogar noch ein kleiner Überſchuß bleibt, den wir auf bie Unkoſten ſchlagen.

Stellen wir uns bei dieſer Kalkulation auf den geſchäfts⸗ mäßigen, praktiſchen Standpunkt, dann werden wir ſagen: der Stickſtoff im Chileſalpeter iſt uns zu teuer, darum kaufen wir ihn in dieſer Form nicht, ſondern wir verwenden Gülle oder Jauche, worin wir den Stickſtoff bei rationeller Viehhaltung und Fütterung umſonſt haben. Wir wollen immerhin von obigen 91,90 Fr. zur Sicherheit und zur Abrundung 1,90 Fr. vernachläſſigen. Für die Arbeit, die das Ausfahren der Gülle verurſacht, haben wir nichts zu berechnen, weil wir die Gülle wegen ihres Kali⸗ und Phosphorſäuregehalts ſowieſo ausfahren müſſen. Somit bleibt in den vorliegenden ſechs Jahren ein Überſchuß von 6 90= 540 Franken.

Damit iſt zugleich dargetan, daß es zweckmäßiger und wirtſchaftlicher iſt, Stickſtoff in Form eines einigermaßen preis⸗ würdigen Düngemittels zuzuführen, als den Stickſtoffhunger der Wieſengräſer durch die ſtickſtoffbindenden Bodenbakterien not⸗ dürftig zu ſtillen.

Wir werden daher gut tun, unſere Natur⸗ und unſere Kunſtwieſen hinſichtlich der Düngung auch in Zukunft nach den bisher geltenden Grundſätzen zu behandeln.

Was wollten wir in der Schweiz auch mit dem Stick⸗ ſtoff anfangen, den die Kleepflanzen ſammeln, und der auch