C. Die Düngung der Natur⸗ und Kunſtwieſen. 137
Erträgen, die wir erzielen. Wohl haben wir einen guten Teil des Erfolges der Gunſt des Klimas und des Bodens zu ver⸗ danken; daß aber die Menge und Güte des Futters doch ganz weſentlich von der Düngung abhängt, davon können wir uns leicht durch den Augenſchein überzeugen, wenn wir den Beſtand und Ertrag einer Magermatte mit dem einer Fettmatte ver⸗ gleichen. Die Tatſache, daß es ſolche Magermatten noch gibt, und zwar in allen möglichen Abſtufungen: nie gedüngt; ſelten gedüngt; zuweilen gedüngt; öfter, aber zu ſchwach gedüngt uſw.; dieſe Tatſache beweiſt zugleich, daß wir auch in der Schweiz noch keinen Überfluß an Dünger haben. Überhaupt hat ſelten ein Landwirt zuviel, aber viele haben zu wenig Dünger. .**
Zu guter Letzt noch die Mitteilung, daß Herr Dr. Max Düggeli, Profeſſor der landwirtſchaftlichen Bakteriologie an der techniſchen Hochſchule in Zürich, auf meine Veranlaſſung den Boden des Verſuchsfeldes im Herbſt 1908 bakteriologiſch unter⸗ ſucht und den vorhin entwickelten Gedankengang in erfreulicher Wſ beſtätigt hat. Man vergleiche den Überſichtsplan auf Taf. IV.
Es ergab ſich, daß die Parzellen II und IV, bei denen die Stickſtoffdüngung ausgeſchloſſen war, im Vergleich zu den Stickſtoffparzellen I und III, das acht⸗ bis ſechzehnfache an Bakterien von dem Typ des luftholden, aeroben Azotobakter chroococcum, und das 33 bis 141 fache an Bakterien aus der Gruppe des luftſcheuen, anaeroben Bacillus amylobakter ent- hielten. Die Zahl der Bakterien auf den mit Gülle gedüngten Schutzſtreifen ſtand zwiſchen Parzelle Iund II, III und IV in der Mitte, jedoch mit Annäherung an die Chileſalpeterparzellen Jund III.
Nach dieſem bakteriologiſchen Befunde gelangte ich für mein Teil in bezug auf die tatſächliche Wirkung und Be⸗ deutung der Bodenbakterien zu folgendem Ergebnis.
Die ſtickſtoffbindenden Bodenbakterien treten in die Lücke, um die ſtickſtoffbedürftigen Gräſer mit ge⸗ bundenem Stickſtoff zu verſorgen, wenn die künſtliche Zufuhr von ſtickſtoffhaltigem Dünger eine Reihe von Jahren konſequent ausgeſchloſſen wird.
Hiernach erklärt ſich ohne weiteres die Tatſache, daß die Verſuchsparzellen II und IV, bei denen die Stickſtoffdüngung


