Heublumenſaat oder Kleegrasſaat? 7
faltigſten Pflanzen gedrängt beiſammen ſtehen und wo je nach den Witterungsverhältniſſen bald die eine, bald die andere Pflanzenart im Heu⸗ und Grummetſchnitt vorwiegt. Bald prävalieren Klee und andere Blattpflanzen, bald die Gräſer. Hier wie dort iſt die Folge dieſes Verhältniſſes ein günſtigerer und relativ gleichmäßigerer Ertrag, als es bei dem Beſtande des Feldes mit nur einer Pflanzenart der Fall ſein kann.
Dieſe Vorteile der Gemengſaaten ſind jedoch nur erreichbar durch dichte Saat. Man ſäe nicht weniger als 16—20 Pfund pro Morgen, noch beſſer iſt es, 22— 25 Pfund zu ſäen. Eine ſo dichte Saat von einer einzelnen Pflanzenart würde der Ent⸗ wicklung derſelben ſehr nachteilig ſein; verſchiedene Pflanzenarten können dagegen ohne Nachteil ſehr dicht ſtehen. Dies beweiſt der Pflanzenbeſtand guter Wieſen. Ich zählte die Pflanzen von einem Quadratfuß einer dem landwirtſchaftlichen Inſtitut zu Halle gehörigen Wieſe, die ſehr ertragreich iſt und deren Unter⸗ grund von 3 Fuß mächtigem Diluvialmergel gebildet wird, welcher auf Porphyrton lagert. Es ergaben ſich 1139 Gras⸗ pflanzen und 145 Blattpflanzen, in Summa 1284 Pflanzen auf einem Quadratfuß Wieſennarbe. Dies Ergebnis iſt in Übereinſtimmung mit anderweitigen Unterſuchungen. Je vor⸗ züglicher eine Wieſe, um ſo dichter ihre Narbe, um ſo mehr Pflanzen werden auf gleicher Fläche gezählt. Es iſt daher kein Nachteil von dichter Saat bei dem Kleegrasgemenge zu fürchten, man mache es ſich vielmehr zur Regel, das Saatquantum ſo zu bemeſſen, als ob Gräſer für ſich allein und Klee für ſich allein das Feld einnehmen ſollten.
In bezug auf die zum Anbau zu wählenden Pflanzen⸗ arten iſt zunächſt im allgemeinen zu ſagen, daß die erwähnten Vorteile der Gemengſaaten allerdings um ſo ſicherer erreicht werden, je mannigfachere Arten man miteinander anbaut. Es findet aber die Auswahl ihre Grenze dadurch, daß die Be⸗ ſchaffung ſehr zahlreicher Sorten wegen des zum Teil wenig reichen Samenertrages mancher Arten leicht zu teuer zu ſtehen kommt. Will man den Samenbedarf in jedem Jahre von den Samenhändlern kaufen, ſo erfordert dies eine immer wieder⸗ kehrende erhebliche Auslage— die Folge davon iſt, daß man bald mit der Verwendung angemeſſener Saatmengen nachläßt und zu dünn ſät. Baut man den Samen ſelbſt und wählt man eine große Zahl von Arten, ſo erfordert dies für den


