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Der praktische Kleegrasbau : kurz und bündig gefaßte, auf Erfahrung begründete Anleitung zum Kunstfutterbau / von A. Nowacki
Entstehung
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Heublumenſaat oder Kleegrasſaat?

Leiter einer bedeutenderen Wirtſchaft zu viel Aufmerkamkeit. Die einzelnen Arten reifen ungleichzeitig, ihre Samen fallen bei der Reife zum Teil leicht ab; es iſt ſo viel Sorgfalt bei ihrer Gewinnung nötig, daß ſich die Sache bei einem umfänglicheren Wirtſchaftsbetriebe von ſelbſt verbietet. Man wähle deshalb nur die ertragreichſten Sorten und zugleich ſolche, welche durch reich⸗ lichen Samenertrag und leichtere Gewinnung ſich empfehlen. Dieſe wenigen Arten baue man aber, wo es die Wirtſchafts⸗ verhältniſſe nur irgend geſtatten, in erforderlicher Ausdehnung ſelbſt an. Man wird dadurch das Land ebenſo hoch nutzen, wie durch irgend eine andere Frucht, wenn man den Ertrag nach dem Marktpreiſe veranſchlagt. Der Vorteil eigenen Samen⸗ baues iſt nur der, daß man weniger leicht in falſche Sparſamkeit verfällt, daß man den in reichlicher Menge ſelbſt gewonnenen Samen eher in angemeſſenem Verhältnis wieder verwendet, als wenn man eine erhebliche bare Auslage für den Grasſamen machen muß.

Es laſſen ſich nun in der Tat auch die angeführten Vor⸗ teile der Gemengſaaten mit verhältnismäßig wenigen Klee⸗ und Grasarten erreichen. Von den erſteren bildet überall dort, wo auf beſſeren Böden Grünfutter und Heu gewonnen werden ſollen, Rotklee den Hauptbeſtand. In dem Maße wie der Boden naß und zum Aufziehen geneigt wird, tritt zweckmäßig mehr und mehr der Baſtardklee an Stelle des Rotklees; und andererſeits. je leichter der Boden und je mehr der Rotklee in ſeinem Ge⸗ deihen unſicher wird, um ſo mehr tritt der Weißklee an Stelle des Rotklees. Auch gelber Klee(Medicago lupulina) wird vorteilhaft mit in das Kleegrasgemenge aufgenommen, nur nicht dort, wo Grünfutter für Milchvieh oder Weide für ſäugende Mütter gewonnen werden ſoll. Der gelbe Klee wirkt als Grün⸗ futter nicht günſtig auf die Milchſekretion, gibt ſonſt aber und namentlich als Heu ein vortreffliches Futter. Zu dieſen Kleearten miſcht man nun die Gräſer in angemeſſenem Ver⸗ hältnis. Nur wenn man es mit einem Mergelboden oder kalk⸗ reichen Untergrunde zu tun hat, wo Luzerne und Eſparſette vorzüglich gedeihen, und es ſich um Herſtellung vieljähriger Futterfelder handelt, da laſſe man jede Grasbeimengung weg. Hier ſind die beiden genannten Futterpflanzen ſo einträglich und ihrer Entwicklung iſt die Zwiſchenſaat von Gräſern ſo wenig günſtig, daß dieſe hier wegfallen muß. Für eine 34 jährige