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Der praktische Kleegrasbau : kurz und bündig gefaßte, auf Erfahrung begründete Anleitung zum Kunstfutterbau / von A. Nowacki
Entstehung
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Heublumenſaat oder Kleegrasſaat? 3

im zweiten Buch ſeines Werkes De re rustica über die Neu⸗ anlage der Wieſen ſo äußert:

Nach wiederholtem Pflügen werden Waſſerrüben, Kohl⸗ rüben oder Bohnen gebaut, im folgenden Jahre Getreide. Im dritten Jahre wird wieder ſorgfältig gepflügt und dann werden Wicken, gemiſcht mit den Samen des Heus, geſät. Die Wicken werden nicht eher abgemäht, als bis ſie einige reife Samen für das folgende Jahr ausgeſtreut haben.

Wie man ſieht, berühren ſich Thaer und Columella darin, daß beide zur Ergänzung des Heuſamens einen klee⸗ artigen Samen empfehlen; im übrigen ſteht Thaer auf einem weit höheren Standpunkt, als Columella. Die 1800 Jahre, die zwiſchen beiden liegen, ſind nicht ſpurlos vorübergegangen.

Noch mehr hat ſich der Kunſtfutterbau im 19. Jahr⸗ hundert entwickelt durch Einführung der Kleegrasſaat, deren wiſſenſchaftliche Begründung meinem Lehrer Julius Kühn vor⸗ behalten blieb.

Der wirtſchaftliche Wert des Anbaues von Klee und Gräſern im Gemenge, ſo ſchrieb Kühn ¹) im Jahr 1867, iſt in manchen Gegenden noch wenig beachtet, ſo oft auch ſchon auf denſelben aufmerkſam gemacht wurde. Ein erneuter Hinweis auf die Vorteile und zweckmäßige Ausführung ſolcher Gemeng⸗ ſaaten dürfte deshalb vielleicht nicht ohne Nutzen ſein.

Vorweg will ich die Nachteile erörtern, welche man hier und da den Gemengſaaten von Klee und Gräſern zur Laſt legt. Man wirft ihnen vor, daß ſie den Acker leicht unrein machen und daß bei einfähriger Beſtellung der folgenden Winte⸗ rung eine ſaubere Ackerarbeit nicht möglich ſei. Dichtſtehendes Kleegrasgemenge begünſtigt jedoch nach meinen Erfahrungen das Aufkommen der Quecken ebenſowenig wie gut ſtehender reiner Klee. Bei rationeller Behandlung des Ackers und genügendem Saatquantum iſt eine Verunreinigung desſelben durch Wurzel⸗ unkräuter nicht zu fürchten.

Dagegen verunreinigt das Timothegras den Acker leicht dadurch, daß es nach dem erſten Umbruch zum Teil wieder ausſchlägt. Sät man Wintergetreide in ſolchem Falle einfährig, ſo entwickelt ſich namentlich auf friſchen Böden zahlreich das

¹) Über Kleegrasgemenge, Neue landwirtſchaftliche Zeitung von J. J. Fühling 1868, S. 1. 1*