Die Manipulationen bei der Verarbeitung der Wolle. 193
Sächſiſche Wolle 58— 60 0%
Mecklenburger„ 50— 70„ Weſtfäliſche„ 5460„ Thüringiſche„ 60.65„ Poſenſche„ 58— 63„ Schleſiſche„ 60— 75„ Ruſſiſche„ 60— 65„ Auſtraliſche„ 45.60„ Kap⸗„ 61.68, Buenos⸗Aires⸗„ 60— 73„ Montevideo⸗„ 55— 66„
Bei Feſtſtellung der Waſchergebniſſe bildet 12 ſtündige Arbeitszeit die Grundlage. Zur Bedienung der Wäſcherei gehört ein Meiſter, ein Wolfer, ein Aufleger, ein Einweicher und ein Arbeiter an der Trockenmaſchine.
Nachdem die Wolle die Trockenmaſchine verlaſſen hat, muß dieſelbe, bevor ſie weiterverarbeitet wird, geölt werden. Man verwendet gewöhnlich auf 100 Teile Wolle 5— 6 Teile Ol oder in Kilogrammen auf 5 kg Wolle ½ kg Ol; man kann dazu Olivenöl oder auch zerlaſſene Butter gebrauchen.
Das Krempeln der Wolle.
Die von den Waſchmaſchinen kommende, auch ſchon geölte Wolle gelangt zu den Krempeln, welche die Aufgabe haben, die Wolle vollends zu zerreißen, ſie alſo ganz und gar zu öffnen, die einzelnen Fa⸗ ſern parallel zu legen(Abb. 62), Kletten und noch vorhandene Holzteile zu entfernen und die ſo verarbeitete Wolle als ein gleich⸗ mäßiges Vlies zu entlaſſen, einem ſich drehenden Trichter zuzuführen, wodurch jenes zu einem loſen Bande vereinigt wird. Bei dem Krempelprozeß handelt es ſich fort⸗ während um Verziehen und Strecken der Wollflocken; deshalb bringt man die Wolle etwas feucht auf die Krempel, um einerſeits V ein leichteres Offnen zu bewirken, anderer⸗ ſeits das Zerreißen der einzelnen Wollfaſern zu verhüten, was bekanntlich bei ganz trockener Wolle eher vorkommt. Man muß Heyne, Schafzucht. 4. Auflage.
Abb. 62. Parallele Form. 13


