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Die Schafzucht : Rassen, Züchtung, Ernährung, Rentabilität und Krankheiten des Schafes, Wollkunde und technische Verarbeitung der Wolle / von Johannes Heyne
Entstehung
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192 Dritter Teil. Die techniſche Verarbeitung der Wolle. II nach I und aus III nach II überführt werden und in III reines Waſſer eingelaſſen wird, enthält man bei wenig Waſſer⸗ verbrauch ziemlich konzentrierte Laugen. Nehmen wir an, die Leviathanmaſchine ſei aus vier Kufen zuſammengeſtellt. Die Kufe I beſteht dann aus dem zweiteiligen Einweichbottich mit einer Temperatur von 50 60⁰ und dem Abführtiſch mit Preſſe; in Kufe II ſind zwei Rechen angebracht zur Fort⸗ bewegung der Wolle und ein Elevator für die Preſſe; Kufe III gleicht Kufe II, und Kufe IV dient zum Nachſpülen in kaltem Waſſer und liefert die vollkommene, reine Wolle an eine Wollquetſchmaſchine ab. Aus der Quetſchmaſchine gelangt die Wolle in die Trockentrommel. Früher bewerkſtelligte man das Trocknen der Wolle durch Ausbreitung derſelben an der Sonne; jetzt wendet man beſondere Trockenvorrichtungen an, welche künſtlich erwärmt werden und das Waſſer(bis auf 8% hygroſkopiſche Feuchtigkeit der Wolle) verdampfen. Dank der Chemie wird das Waſſer der Einweichbottiche nicht, wie früher, einfach abgelaſſen, ſondern man gewinnt daraus Pott⸗ aſche. Die konzentrierte Lauge der Einweichbottiche wird in großen Sammelbaſſins aufgefangen. Iſt ein ſolches Baſſin gefüllt, ſo bewirkt man die Zerſetzung der Lauge durch Kalk⸗ milch und Salzſäure; es ſcheidet ſich dadurch Kalkſeife in flockigem Zuſtande aus; dieſe ſinkt zu Boden und verdichtet ſich hier zu einem dickſchlammigen Niederſchlage, worauf das geklärte Waſſer abgelaſſen wird. Die Kalkſeife wird nach dem Trocknen mit Säure zerſetzt, und wird daraus durch darauffolgende heiße Waſſerbäder eine direkt zur Deſtillation verwendbare Fettſubſtanz gewonnen, welche man meiſt zur Erzeugung von Leuchtgas verwendet. Die Rückſtände in den Retorten enthalten ziemlich reine Pottaſche, weshalb man in mehreren Wollwäſchereien die ſämtlichen Wollfette direkt zur Gewinnung von Pottaſche kalziniert. Durch den Verkauf des gewonnenen Produktes werden meiſt die Sortier⸗ und Waſch⸗ koſten gedeckt. Größere Wollkämmereien haben täglich 1200 cbm Wollwaſchwaſſer zu verzeichnen; ſelbige gewinnen dann 20 000 Zentner Wollfett und 20 000 Zentner Pottaſche. Der Wollverluſt ¹) verſchiedener Wollen bei der Fabrikwäſche iſt folgender:.

¹) Sämtliche Wollen in Schweiß gewaſchen.