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Die Schafzucht : Rassen, Züchtung, Ernährung, Rentabilität und Krankheiten des Schafes, Wollkunde und technische Verarbeitung der Wolle / von Johannes Heyne
Entstehung
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184 Dritter Teil. Die techniſche Verarbeitung der Wolle.

abgelaufen ſind, werden ſie in den Rahmen genommen und ſolange in die Länge und Breite geſpannt, bis ſämtliche Falten ausgeglichen ſind. Sobald die Stücke am Rahmen völlig gleichbreit genommen ſind, werden ſie mit einer Rahmbürſte geſtrichen. Das Bürſten muß möglichſt gleichmäßig, ohne abzuſetzen, ausgeführt werden; denn es darf nicht überſehen werden, daß das Wollhaar die Eigentümlichkeit beſitzt, in der⸗ jenigen Lage dauernd zu verharren, in welche es in naſſem Zuſtande gebracht und erſt getrocknet worden iſt. Gleichzeitig mit dem Rahmen wird das Trocknen des Tuches durch hohe Wärmegrade vollzogen. Nachdem die gerauhte Wolle getrocknet iſt, wird ſie auf Scherzylindern geſchoren; in einigen Fabriken wird auch mit der Hand geſchoren. Welcher Art auch immer die Verrichtungen ſein mögen, ſie alle verfolgen nur den Zweck, die auf dem Tuche noch vorſtehenden Härchen zu entfernen. Man unterſcheidet hier wieder das Scheren der Halbwollen und das Scheren der Rechtſeiten. Unter letzterer Manipulation verſteht man glatte Streichwaren, welche ſämt⸗ liche Stadien der Appretur durchlaufen haben müſſen, während die erſteren nur einer teilweiſen Appretur unterworfen worden ſind. Natürlich kommt auch hier der Satz zur Geltung: Je feiner das Tuch werden ſoll, deſto öfter muß es geſchoren werden. Nach dieſer Operation werden die Tuche, welche noch nicht gefärbt ſind, der Färbung unterzogen. Empfindliche Farben können erſt jetzt auf das Tuch aufgetragen werden. Es iſt auch klar zu erkennen, daß auf dieſe Weiſe gefärbte Tuche die Farbe nur oberflächlich aufnehmen, von ihr nicht durchdrungen werden können, da das Tuch nach der Walke ſchon viel zu feſt und dicht iſt. Das geſchokene und gefärbte Tuch kommt nun in die Preſſe. Hierdurch werden zweierlei Wirkungen erzielt: einerſeits erhält das Tuch Glanz und Glätte, anderſeits einen feſten Griff. Dieſe Eigenſchaften be⸗ ruhen auf der hornartigen Beſchaffenheit des Wollhaares, indem nämlich dieſes durch die bei der Preſſe angewendete Wärme erweicht und durch Druck gegen einen feſten, glatten Körper geglättet und poliert wird. Durch die erwähnte Operation wird ein dritter Faktor freigemacht, nämlich die in der Wollfaſer aufgeſaugte Flüſſigkeit, welche ungefähr 3 5% des Gewichts der Ware beträgt. Das Preſſen ſelbſt geſchieht durch Preßvorrichtungen; man unterſcheidet