Die Appretur des Tuches.
reckt, d. h. ſo weit gedehnt, bis es in allen ſeinen Teilen gleich breit und gleich lang iſt, da der Loden in der Walke ſich zu⸗ ſammengezogen hat. Mit dieſer Manipulation könnte eigent⸗ lich die Herſtellung des Tuches als beendet angeſehen werden, denn es hat nunmehr die erforderliche Feſtigkeit; bevor es aber als Marktware aus der Fabrik hervorgeht, iſt es noch ver⸗ ſchiedenen Manipulationen unterworfen, welche man unter dem Namen Appretur zuſammenfaßt.
Die Appretur des Tuches. Die Appretur des Tuches zerfällt im allgemeinen: in Rauherei,
Rahmen, Scheren und Preſſen, Dekatieren des Tuches.
Die Rauherei. Der Zweck des Rauhens iſt, einen dichtbeſetzten, glatten Stapel auf der Oberfläche des Tuches zu erzeugen. Bekanntlich zeigt das aus der Walke hervor⸗ gegangene Tuch eine wirre Oberfläche, die Haarendchen liegen verworren durcheinander; dieſe zu ordnen und nach einer Seite zu ſtreichen, iſt Aufgabe des Rauhens. Nimmt man ein Stück Tuch, welches die Walke verlaſſen hat, in Augenſchein, ſo zeigen die beiden Enden desſelben keine Verſchiedenheit. Um eine rechte Seite zu gewinnen, wird das Tuch auf der einen Seite der Appretur unterworfen, während die andere Seite vernachläſſigt wird. Auf dieſe Weiſe erhalten wir eine linke Seite des Tuches. Das Rauhen ſelbſt geſchieht mittelſt der Kardendiſtel(Dipsacus fullonum), welche in den verſchie⸗ denen Gegenden gezüchtet wird. Die beſte Kardendiſtel liefert Frankreich(Avignon), nächſtdem Bayern, Baden, Sachſen Lommatzſch) und Schleſien. Zum Zwecke ihrer Verwendung werden die Karden in einer Art Rahmen(Rauhſtab genannt) feſt aneinandergeſetzt und in dieſem Zuſtande auf das vorher genäßte Tuch geſtrichen. Bei dieſer Manipulation faſſen die kleinen Widerhaken dieſer Diſteln die kleinen Haarenden und ziehen dieſelben aus dem Gewebe hervor. Je beſſer und feiner das Tuch iſt, um ſo öfter muß es gerauht werden; feine Tuche rauht man fünf⸗ bis ſechsmal, mittelfeine dreimal, grobe ein⸗ bis zweimal. Nachdem die gerauhten Tuche gut
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