182 Dritter Teil. Die techniſche Verarbeitung der Wolle.
Walzenwalkmaſchinen. Die Hammerwalken, auch Walkmühlen genannt, beſtehen aus 2—3 Zentner ſchweren Holzhämmern, welche mittelſt einer Dauerwelle gehoben werden, um beim Niederfallen das in einem offenen Behälter liegende, durch⸗ näßte und zuſammengefaltete Tuch durch ihr Gewicht zu quetſchen. Damit alle Stellen des Tuches eine gleichmäßige Bearbeitung erfahren, bewirken die Hämmer durch ihre treppenförmige Abſtufung im Verein mit den eigentümlich geformten Seitenwänden des Walkkaſtens ein fortwährendes Umwenden des Stoffes.
Die Walzenwalken, bei denen die wirkenden Teile Walzen ſind, haben vor den Hammerwalken den großen Vorteil, daß ſie das Tuch viel gleichmäßiger walken und keine ſo läſtigen Erſchütterungen verurſachen als dieſe.
Die Walkflüſſigkeit beſteht nicht in reinem Waſſer allein, da dieſes die Erweichung des Wollhaares nicht in dem Grade beſchleunigen würde, als zu einer guten Verfilzung notwendig iſt; man ſetzt vielmehr zu dem Waſſer Alkalien in Form ge⸗ faulten Urins und Talgſeife hinzu. Statt der Seife nimmt man wohl auch Walkererde oder Smektit. Die Walkererde iſt ein feiner, kieſelſäurereicher Ton; er fühlt ſich mild und fettig an und zerfällt im Waſſer unter Ausſtoßung von Luftbläschen zu einer breiartigen, aber nicht plaſtiſchen Maſſe. Die beſte Walkererde ſoll die von Hampſhire in England ſein; nach ihr folgt die von Roßwein und Riegersdorf in Schleſien.
Dem Fabrikanten iſt die Walkererde ſehr erwünſcht; erſtens iſt ſie bedeutend billiger als die Seife, und zweitens geht bei Anwendung derſelben die Verfilzung leichter vor ſich. über den Gebrauch der Walkerflüſſigkeit ſind die Anſichten geteilt; die einen Fabrikanten wenden ſie kalt, die anderen warm an; ſo viel ſteht feſt, daß die kalt angewendete Walker⸗ flüſſigkeit den Loden mehr durchdringt und beſſer verfilzt, während die Verfilzung der warmen Walkerflüſſigkeit nur als eine leichte, oberflächliche zu bezeichnen iſt.
Die letzte Manipulation vor der Appretur iſt das aber⸗ malige Waſchen und Trocknen des Tuches. Hat das Tuch die Walke paſſiert, ſo wird es, um es nochmals gründlich zu reinigen, in kaltem, aber weichem Waſſer gewaſchen und nach⸗ her auf dem Trockenrahmen getrocknet, zugleich aber auch ge⸗
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