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Die Schafzucht : Rassen, Züchtung, Ernährung, Rentabilität und Krankheiten des Schafes, Wollkunde und technische Verarbeitung der Wolle / von Johannes Heyne
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Die Tuchweberei. 181

Waſſer gefüllt iſt. Dieſes Verfahren ſetzt ſich ſolange fort, bis aus dem Loden reines, ungetrübtes Waſſer abläuft. Nach dieſen Manipulationen wird der Loden auf Trockenrahmen getrocknet und dann nochmals einer genauen Durchſicht unter⸗ worfen, um alle Unregelmäßigkeiten im Gewebe zu verhüten. Nun kommen wir zu der wichtigſten Bearbeitung des Lodens, zu dem Walken. Noch bleibt hier zu erwähnen, daß man das⸗ jenige Tuch, welches bis jetzt noch nicht gefärbt war, vor der Walke der Färbung unterwirft. Indes alle Tuche können auch jetzt noch nicht gefärbt werden, weil manche Farben, z. B. die ſchwarze, einen ſehr nachteiligen Einfluß auf die Krimpkraft der Wolle ausübt.

Demnach unterſcheidet der Fabrikant:

1. Tuch, in der Wolle gefärbt, 2. Tuch, im Loden gefärbt, 3. Tuch, im Stück gefärbt.

Nunmehr wollen wir zu dem Prozeß übergehen, in welchem der Loden in Tuch verwandelt wird, nämlich zum Walkprozeß. Das Reſultat dieſer Bearbeitung, die Verfilzung beider Oberflächen, beruht lediglich auf der Krimpkraft des Wollhaares. Walken nennen wir denjenigen Prozeß, welchen man ein Gewebe durchmachen läßt, um durch eine Verfilzung der Wollhärchen auf beiden Oberflächen eine das Gewebe ſelbſt verdeckende Filzbekleidung zu erhalten. Die wirkenden Faktoren bei dieſem Verfahren ſind teils chemiſcher, teils mechaniſcher Natur, indem man die zu walkenden Gewebe mit Hilfe der Wärme und Walkflüſſigkeit in den Walkmaſchinen einem fortgeſetzten Kneten, Drücken, Schieben, Stoßen ausſetzt. Man bezweckt alſo mit dem Walken eine vollſtändige Ver⸗

filzung der einzelnen Fäſerchen der Garnfäden, nicht nur an

der Oberfläche, ſondern auch im Innern. Vermöge der Tuch⸗ wolle eigentümlichen hohen Kräuſelung ſtehen dieſe Faſern nicht in gerader Form hervor, ſondern krümmen ſich als kleine Härchen ſchon ineinander. Durch die innere Verdichtung und Verfilzung des Gewebes ziehen ſich naturgemäß die Garn⸗ fäden mehr zuſammen, laufen ein; dadurch wird aber das Gewebe dichter und feſter. Der Loden geht aus der Walke alsTuch hervor. Die Bearbeitung des Lodens kann auf zweifache Weiſe geſchehen: durch die Hammerwalke oder durch die